Ach, übrigens...

Italienische Weltrekorde

Vorarlberg
05.04.2026 12:25

Grande Tristezza in Bella Italia! Ein Land trägt Trauer! Kein Wunder, verpassten die fußballverrückten Tifosi südlich des Brenners doch bereits zum dritten Mal in Serie die Teilnahme an der WM-Endrunde. Gut, dass „Krone Vorarlberg“-Autor Harald Petermichl in der neuesten Ausgabe seiner Kolumne „Ach, übrigens...“ den Nachbarn Mut zuspricht.

Von Nationalteams, die schon mal Weltmeister waren, erwarten die Fans fast schon selbstverständlich, dass die Qualifikation zu folgenden Turnieren kein Problem darstellen sollte. Auf einige trifft das auch zu und so können Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich und Spanien eine blütenweiße Weste vorweisen und sind nach ihrem jeweils ersten Titelgewinn noch nie in einer WM-Qualifikation gescheitert. Anders sieht es da bei Uruguay aus, denn seit dem ersten Titelgewinn 1930 hat das mit der Quali sechsmal nicht geklappt und es kommen noch die Turniere 1934 und 1938 hinzu, bei denen man auf die Teilnahme von sich aus verzichtete. 1934 übrigens, weil man beleidigt war, dass den meisten europäischen Teams die Anreise zur ersten WM nach Montevideo zu strapaziös gewesen war.

Nichts half gegen Bosnien
Auch die Three Lions weisen in dieser Statistik den einen oder anderen Makel auf, haben sie doch seit dem Wembley-Triumph 1966 dreimal eine WM-Endrunde verpasst. 1994 scheiterten sie an Norwegen und den Niederlanden, 1974 an Polen und 1978 an Italien. Apropos Italien: Der Squadra Azzurra ergeht es ähnlich, nur mit dem feinen Unterschied, dass sie am Dienstag in Zenica einen neuen Weltrekord aufgestellt hat, indem sie nach einem bemerkenswert vergurkten Elfmeterschießen gegen das Team von Bosnien-Herzegowina zum dritten Mal in Folge die Hotelbuchungen für die Endrunde stornieren muss. Selbst eine besonders kreative Idee von Keeper Gianluigi Donnarumma, der versuchte, den „Spickzettel“ seines Torhüterkollegen Nikola Vasilj zu zerstören, war nicht hilfreich. Dieser hätte den Zettel aber ohnehin nicht gebraucht, weil Francesco Esposito und Bryan Cristante ihre Penaltys über oder gegen das Gebälk hämmerten.

„Schlimmste aller Apokalypsen“
Jetzt ist der Katzenjammer groß und die mitregierende radikal rechtspopulistische „Lega“ hat den Verbandspräsidenten Gabriele Gravina spontan zum Hauptschuldigen an diesem Debakel ernannt. Immerhin halten die Azzurri noch einen weiteren Weltrekord für Nationalteams, weil sie es bei der WM 1970 in Mexico geschafft haben, mit einem einzigen erzielten Treffer in drei Vorrundenspielen zunächst Gruppensieger und dann Vizeweltmeister zu werden. Die italienischen Medien interessiert das aber nur bedingt, denn wie man der „Gazzetta dello Sport“ (Tutto il rosa della vita) entnehmen kann, handelt es sich bei der Nacht von Zenica um „La terza Apocalisse, la peggiore di tutte“, um die dritte und schlimmste aller Apokalypsen. Da hilft nur volle Konzentration auf die WM 2030. Kann ja nur besser werden. Forza!

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