Causa Weißmann

ORF schließt Kündigung der Mitarbeiterin aus

Medien
24.04.2026 16:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am gestrigen Donnerstag versuchten die ORF-Stiftungsräte und Generaldirektorin Ingrid Thurnher, die Causa Weißmann und andere Fälle aufzuarbeiten. Anwalt Roland Gerlach sprach davon, dass auch jene Mitarbeiterin gekündigt werden könnte, die die Vorwürfe gegen Roland Weißmann vorgebracht hatte. Das lehnt das Medienhaus allerdings ab.

Wie der „Standard“ am Freitag berichtete, habe Thurnher den Fall bereits mit einem Mitglied des Betriebsrats besprochen. Dieses habe abgeraten, die Frau zu kündigen. „Das steht nicht zur Debatte“, sagte die neue Generaldirektorin und kündigte zugleich ein „klärendes Gespräch“ mit der Beteiligten an. Diese hat wiederum angekündigt, den Fall vor die Gleichbehandlungskommission zu bringen und weitere rechtliche Schritte einzuleiten. Die Frist für Unterlassungserklärungen bis Donnerstag ließen laut dem Bericht sowohl der ORF als auch Weißmann verstreichen.

Für die Kündigung der Mitarbeiterin trat unter anderem der freiheitliche Stiftungsrat Peter Westenthaler ein. Dieser legte jedoch eine ganze Liste vor. So wollte er etwa auch ORF-3-Geschäftsführer Peter Schöber und den ehemaligen Landesdirektor Robert Ziegler kündigen. Deren Führungsverhalten war in der Vergangenheit ebenfalls von einer internen Untersuchungskommission bewertet worden. Thurnher sagte, sich die Fälle näher ansehen zu wollen. Wie berichtet, verlangten die Stiftungsräte am Donnerstag Einsicht in die Berichte, die sie bisher nicht zu Gesicht bekommen haben.

Zitat Icon

Arbeitsrechtliche Konsequenzen stehen nicht zur Debatte. Es wird ein klärendes Gespräch mit der Beteiligten geben.

ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher

Keine Genehmigung für Interviews
Arbeitsrechtler Roland Gerlach sagte in der Sitzung, dass sowohl Weißmann als auch die Mitarbeiterin unternehmensschädigendes Verhalten gezeigt hätten. Beide hätten etwa ohne Genehmigung Interviews gegeben, in denen sie das Verhalten des ORF hinterfragten, beziehungsweise dem Unternehmen mit Klagen gedroht. Weißmann sieht sich etwa von dem Compliance-Bericht bestätigt, laut dem er die Mitarbeiterin nicht sexuell belästigt hat, und kündigte Klagen auf fast vier Millionen Euro an. Schließlich würden ihm Gehälter für weitere fünf Jahre als ORF-General entgehen. Die Mitarbeiterin bezeichnet die Darstellungen Weißmanns und den Bericht als „Lüge“. Auch die Gleichbehandlungsanwaltschaft findet das Ergebnis der Untersuchung „höchst fragwürdig“.

Gerlach schlug vor, die beiden Beteiligten zu einer Aussprache in den Medienkonzern zu bringen. Wie berichtet, hatte Thurnher, die nach Weißmanns Rücktritt vorübergehend übernahm, zwei Rechtsanwälte und die Compliance-Stelle mit einer Prüfung der Vorwürfe sexueller Belästigung beauftragt. Anschließend war von „unangemessenem Verhalten“ ohne strafrechtliche Relevanz die Rede. Weißmann wurde dennoch gekündigt. Fachleute gehen davon aus, dass der Fall Österreichs Gerichte noch Jahre beschäftigen werde.

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