Wegen Iran-Kritik?

Schah-Sohn Pahlavi in Berlin mit Ketchup bespritzt

Außenpolitik
23.04.2026 15:36
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der iranische Schah-Sohn Reza Pahlavi ist in Berlin mit Ketchup bespritzt worden. Er hatte gerade eine Pressekonferenz verlassen, als ihn ein Mann mit dem Tomatensaft attackierte. Der 65-Jährige blieb gelassen und winkte seinen Unterstützerinnen und Unterstützern zu.

Der Täter wurde von der Polizei festgenommen. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung von Personen des politischen Lebens ermittelt. „Unsere Einsatzkräfte wurden sensibilisiert und die Sicherheitsmaßnahmen für den Gast nochmal angepasst“, sagte die Polizei am Donnerstag. Auf der Schulter und am Hals Pahlavis zeichnete sich Ketchup ab.

Ungefähr 1000 Unterstützerinnen und Unterstützer demonstrierten vor dem Berliner Reichstagsgebäude für einen Machtwechsel im Iran. Viele schwenkten Fahnen mit dem Emblem der 1979 gestürzten Monarchie, dem Löwen und der Sonne. Auch Gegnerinnen und Gegner Pahlavis wollten auf die Straße gehen.

Hier sehen Sie ein Video von dem Zwischenfall:

Pahlavi ist als Privatperson in Deutschland, führt aber politische Gespräche, unter anderem mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Armin Laschet. Der iranische Oppositionspolitiker und Sohn des letzten Schah trifft keine Mitglieder der deutschen Regierung. Es sei „eine Schande“, dass niemand aus der Regierung mit ihm habe sprechen wollen, sagte der gebürtige Iraner, der im Exil in den USA lebt. Demokratische Regierungen sollten „mit den Menschen sprechen, die die Stimme der Stimmlosen“ seien.

Die europäischen Regierungen sollten aufhören, das Mullah-Regime im Iran zu beschwichtigen oder mit ihm zu verhandeln, sagte Pahlavi bei einer Pressekonferenz. Die Menschen wollten, dass „die Monster“, die Blut an den Händen haben, nicht länger an der Macht blieben. Es gebe in dem „Regime“ keine Pragmatiker oder Reformer, sie seien nur „unterschiedliche Gesichter eines Regimes“.

Vor dem Berliner Reichstagsgebäude versammelten sich am Donnerstag etwa Tausend ...
Vor dem Berliner Reichstagsgebäude versammelten sich am Donnerstag etwa Tausend Unterstützerinnen und Unterstützer Pahlavis.(Bild: EPA/CLEMENS BILAN)
Auch Gegnerinnen und Gegner kündigten an, zu protestieren.
Auch Gegnerinnen und Gegner kündigten an, zu protestieren.(Bild: AFP/JOHN MACDOUGALL)

Umstrittene Übergangsfigur
Der Schah-Sohn hat sich selbst als Übergangsführer ins Spiel gebracht. Innerhalb der iranischen Opposition ist er jedoch umstritten. Monarchische Gruppen unterstützen ihn, andere Oppositionsflügel lehnen eine Rückkehr zur Monarchie oder eine Führungsfigur aus der ehemaligen Herrscherfamilie strikt ab. Ihm wird etwa mangelnde demokratische Legitimation vorgeworfen. Der Schah selbst wurde 1979 durch die Islamische Revolution gestürzt und starb bald danach im Exil.

Wie viel Rückhalt sein Sohn heute im Iran hat, ist unklar. Die Behörden haben seit Beginn des Kriegs mit Israel und den USA eine Internetsperre verhängt. Mit der Monarchie seines Vaters habe Pahlavi nichts mehr zu tun, sagte Laschet (CDU), der ihn zu einem Gespräch trifft. Er könne „eine Person sein, die einen Übergang leitet“.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt