Bereits in drei Wochen geht in Wien der Eurovision Song Contest über die Bühne. Ausgerechnet am Finaltag (16. Mai) wird jetzt zur Großdemonstration gegen das Teilnehmerland Israel aufgerufen.
Im Jahr 2025 wurden mit insgesamt 1532 antisemitischen Vorfällen in Österreich die höchste jemals registrierte Zahl registriert. Ausgerechnet für den Tag des großen ESC-Finales am 16. Mai ist eine Großdemonstration gegen die Teilnahme Israels am Song Contest angekündigt worden.
Die Veranstalter rufen unter dem Slogan „Keine Bühne zur Legitimation des Völkermords – Freiheit für Palästina“ dazu auf, der ihrer Ansicht nach „propagandistischen Show“ mit einer Massenkundgebung zu begegnen. Rund 3000 Teilnehmer sollen bereits angemeldet sein, wobei sich der tatsächliche Andrang drei Wochen davor noch schwer prognostizieren lässt.
Auch der ESC 2025 in Basel in der Schweiz wurde von einigen Demonstrationen begleitet, diese waren allerdings kleiner als im Jahr zuvor in Malmö (Schweden).
Wettbewerb polarisiert
Laut einer neuesten Umfrage unter 1000 Personen zeigt sich, dass der größte Musikwettbewerb der Welt ziemlich polarisiert – auch wegen der politischen Kontroversen. So sind 6 von 10 zumindest teilweise mit der Debatte rund um die Teilnahme Israels vertraut. Jeweils ein Viertel findet es gut, dass Israel beim ESC starten kann (28%) bzw. lehnt diese Entscheidung ab (26%). 46% geben sich neutral. Ähnlich gespalten verhält es sich mit der Bewertung des Boykotts durch andere Länder. 63% halten es für unrealistisch, dass der Wettbewerb unpolitisch bleiben kann.
Fünf Länder – konkret Island, Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien – boykottieren ja den ESC in Wien, weil Israel teilnimmt. Dafür konnte jetzt auch für Israel ein Eurofan-Café gefunden werden. Nämlich die MQ Kantine im Museumsquartier in Neubau. Seitens der Inhaber streicht man hervor, dass der ESC seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 1956 für „Frieden, Zusammenhalt, Völkerverständigung” steht.
„Schöne Begegnungen, entspannte Tage, lustige Abende“
„In diesem Sinn wird die MQ-Kantine von 3. Mai bis 16. Mai zum ‘Eurofan Cafe’ für die Fans des israelischen Sängers und Songwriters Noam Bettan, der mit seinem Song ‘Michelle’ teilnimmt”, so die Lokalbetreiberin Lisa Wegenstein. Man lade zu „schönen Begegnungen, entspannten Tagen und lustigen Abenden” in das Lokal ein: „Alle sind herzlich eingeladen, und wir möchten betonen, dass es hier nicht um Politik geht, sondern sich in diesen Tagen ALLES um Musik, Kultur, gemeinsam Essen, Trinken, Singen und Tanzen dreht”, heißt es.
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