Neue Regeln ab 1. Juli

Wien verspricht: Feiern wird für alle sicherer

Wien
09.06.2026 16:00

Ab 1. Juli gelten für Wiens Veranstalter, vom Open Air über Discos bis zum Zeltfest, neue Regeln. Neben Umweltschutz und Lärm geht es dabei vor allem um mehr Schutz für Frauen. Die Stadtregierung legt ihre Hand dafür ins Feuer, dass es um mehr als schöne Worte und Bekenntnisse geht.

Wenn der Weg zu den Toiletten beim nächsten Donauinselfest besser beleuchtet ist als bisher, dann ist das kein Zufall: Ab 1. Juli gilt in Wien das neue Veranstaltungsgesetz – nicht nur für Großereignisse, sondern auch jeden Klub, jedes Zeltfest und sogar jede Fahrt mit einem Ringelspiel. All das und mehr soll künftig ohne jedes ungute Gefühl bei Frauen und anderen Gästen möglich sein.

Kontrollen sollen „neuen Standard“ garantieren
Ab Veranstaltungen mit einer Kapazität von 300 Besuchern braucht es künftig ein Konzept, damit sich alle sicher fühlen, inklusive mindestens einer verantwortlichen Person. Je größer die Veranstaltung, desto höher die Anforderungen. Veranstaltungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) verspricht, dass die Regeln kein Papiertiger sein werden. Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) ist ebenso überzeugt, dass damit ein „neuer Standard“ etabliert wird.

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Ein respektvolles Miteinander ist die Grundvoraussetzung für einen gelungenen Konzertbesuch oder eine Partynacht. 

Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ)

Die Stadtregierung verweist darauf, dass schon das Mindest-Sicherheitskonzept, das Veranstalter noch ergänzen können, schon sehr konkret sei, und es mindestens eine verantwortliche Person dafür geben müsse. Ab Mitte Juni steht der amtliche Vorschlag bei der  Veranstaltungsbehörde der Stadt (MA 36) zum Download bereit. Es werde auch Kontrollen zur Einhaltung der Regeln geben, kündigte Czernohorszky an.

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Ziel ist, dass sich alle Menschen im Nachtleben möglichst sicher und respektiert fühlen und bei Bedarf Unterstützung bekommen.

Veranstaltungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ)

Dass die Präsentation der neuen Regeln im „Loft“ am Gürtel stattfand, war kein Zufall. Der Klub ist mit seiner freiwilligen Awareness-Arbeit schon seit Jahren einer der Pioniere in diesem Feld in Wien. Die Betreiber halten die neuen Regeln für sinnvoll und zweckmäßig, um den Trend zu beschleunigen. Sie selbst hätten damit beste Erfahrungen gemacht: Der Mehraufwand rentiere sich durch wiederkommende Gäste und bessere Stimmung im Klub. 

Machtwort in Konflikt mit Anrainern
Mehr Sicherheit ist nicht das einzige Ziel der Gesetzesänderung: Zudem gelten für Wiener Veranstaltungen ab Sommer strengere Regeln zur Müllvermeidung und mehr Nachhaltigkeit. Und schließlich geht es um ein Machtwort im ewigen Konflikt zwischen Feiernden und Anrainern: Klargestellt ist nun, dass seit mindestens 30 Jahren bestehende Veranstaltungsorte sich nicht den Anforderungen von später hinzugekommenen Siedlungen beugen müssen.

Veranstaltungsorte wie die Arena und das Praterstadion sind damit einigermaßen abgesichert gegenüber den immer näher rückenden Wohnbauten. Mehr Strenge soll es dafür künftig bei immer häufiger organisierten Partys „auf der grünen Wiese“ geben. Noch immer, so wird ohnehin betont, sei Wien im europäischen Vergleich unter den konservativsten Städten, was Lärmtoleranz, Sperrstunden und alles andere anbelangt, das Anrainern ihren Schlaf kosten könnte.

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