Ist das sinnvoll?

Unerwartete Wende! Millionär will „Timmy“ retten

Ausland
10.04.2026 14:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Drama um den Buckelwal „Timmy“ reißt nicht ab. Kurz nach einer Lagebesprechung an der Ostseebucht von Poel bei Wismar meldet sich nun ein deutscher Multimillionär zu Wort. Er will das „Unmögliche versuchen“, sagt er gegenüber der „Bild“-Zeitung. In Expertenkreisen fällt die Reaktion auf das Vorhaben klar aus.

Wird „Timmy“ nun seinem Schicksal überlassen oder nicht? Am Freitag kocht die Debatte um den Buckelwal erneut hoch. Denn: Der 79-jährige Multimillionär und MediaMarkt-Gründer Walter Gunz bringt sich jetzt mit seinem Geld ins Spiel. „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“, sagte der Top-Unternehmer. Er zeigte sich „enttäuscht“ über Bürokratie und Abläufe, die „das Leben behindern“ würden. Man müsse „alle Optionen ausschöpfen“, sonst bleibe „ein komisches Gefühl“.

Bereits am Freitagmorgen war bekannt geworden, dass eine Gruppe ein Rettungsangebot vorgelegt hatte – nun ist klar, wer dahintersteckt. Gunz streckt die Hand aus und bietet seine finanzielle Unterstützung an.

Laut Expertinnen und Experten liegt der Wal im Sterben. Es wurde entschieden, ihn seinem ...
Laut Expertinnen und Experten liegt der Wal im Sterben. Es wurde entschieden, ihn seinem Schicksal zu überlassen.(Bild: AFP/SEA SHEPHERD)
Buckelwal „Timmy“ liegt nun den elften Tag in der Bucht von Poel bei Wismar im deutschen ...
Buckelwal „Timmy“ liegt nun den elften Tag in der Bucht von Poel bei Wismar im deutschen Mecklenburg-Vorpommern.(Bild: AP/Michael Probst)

Rechtliche Schritte von Gunz?
Gunz selbst äußerte sich zur möglichen Walrettung emotional. Im Leben gebe es keine Garantien, so der 79-Jährige. Scheitern sei immer möglich, man dürfe sich aber nicht davon abhalten, es zu probieren. Am Ende wolle er sich selbst sagen können: „Ich habe es versucht.“ Der millionenschwere Unternehmer zieht dabei auch einen Vergleich zu seiner eigenen Firmengründung: „Ich habe MediaMarkt nicht alleine gegründet. Daher hoffe ich, dass nun viele mitmachen.“

Seine Motivation erklärt er mit den Medienberichten über das Schicksal des Wals, die ihn „sehr mitgenommen“ hätten. Sollte es zu einer Ablehnung durch Minister Backhaus kommen, stellt Gunz sogar rechtliche Schritte in Aussicht. Mit seinem Anwalt wolle er klären, was noch „machbar“ sei.

Bei seinem Vorhaben unterstützt wird Gunz von Oliver Bienkowski (44) von der Organisation Pixel-Helper. Auch ein Rettungsplan sei schon ausgearbeitet worden: Zunächst soll „Timmy“ ein Antibiotikum in die Schwanzflosse bekommen, um seine Abwehrkräfte zu stärken. Für Samstag ist zudem ein Baggereinsatz geplant, derselbe Typ wie am Timmendorfer Strand. Vor dem Wal soll ein Loch ausgehoben werden, damit Schlick nachrutscht und „Timmy“ zurück ins tiefere Wasser gelangt. Danach sollen Taucher den Zustand des Tieres kontrollieren und mögliche Netzreste entfernen. Und wenn der Wal erneut strandet? „Dann bergen wir ihn erneut“, so Bienkowski.

Behörden lehnen Rettungsplan ab
Die Pläne von Gunz sollen Umweltminister Till Backhaus (SPD) vorgelegt worden sein. In Fachkreisen wurden sie am Vormittag diskutiert – und schließlich abgelehnt. Backhaus und die Experten halten an ihrem Entschluss fest: Niemand soll zu „Timmy“ gelassen werden. Oberste Priorität sei nun, dem Wal ein ruhiges Sterben zu ermöglichen. Das sei bereits am Dienstag so beschlossen worden. Jede weitere Rettungsaktion würde für das Tier eine zusätzliche Belastung bedeuten. Denn selbst wenn der 12,35 Meter lange Wal freikäme, gehen Fachleute davon aus, dass er erneut stranden würde.

Die Entscheidung des Ministers wird auch von dem International Whaling Commission Strandings Expert Panel (IWC SEP) unterstützt. Man habe „alles unternommen“, um ihm zu helfen, sagte Backhaus – es handle sich um eine „einzigartige Tragödie“. „Timmy‘s“ Verhalten sei dennoch außergewöhnlich: Denn noch nie wurde beobachtet, dass ein Wal mehrfach strandet und weiterlebt, so Backhaus.

Wal ringt mit dem Tod
Der Buckelwal zeigte zuletzt wieder deutliche Lebenszeichen, doch für Experten ist das Verhalten des Buckelwals klar: „Timmy“ liegt weiterhin im Sterben. Laut Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland zeige der Wal typische Zeichen eines Sterbeprozesses, etwa dass er nicht mehr auf Boote reagiere. Eine aktive Tötung wurde aus praktischen und ethischen Gründen ausgeschlossen.

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