Prozess in Eisenstadt

Eltern sperren ihren Sohn aus und fürchten sich

Burgenland
22.04.2026 16:00

Weil das Schloss ausgetauscht worden war und sein Schlüssel nicht mehr sperrte, soll ein 28-Jähriger die Mutter am Telefon mit dem Umbringen bedroht haben. Der Mann bestreitet das. „Ich habe nur gesagt, dass sie vor mir sterben wird. Das ist eine Tatsache, und keine Drohung!“

Es muss einiges schiefgelaufen sein in dieser Familie im Nordburgenland, wenn die Eltern den eigenen Sohn anzeigen, ihn von der Polizei abholen lassen und mitansehen, wie der 28-Jährige vor dem Richter am Landesgericht Eisenstadt Platz nimmt.

Laut Anklage habe er der Mutter am 19. März mit der gefährlichen Drohung „I drah eich sowieso ham“ laut Staatsanwalt telefonisch eine Körperverletzung in Aussicht gestellt. Wer jetzt „sowieso“ nur Bahnhof verstanden hat: „Heimdrehen“ = umbringen.

Auch Code für die Garage geändert
Der junge Mann legt beim Prozess seine Sichtweise dar. Man habe, wie so oft, gestritten. Tags darauf sei er zum Elternhaus gefahren, um sich im Garten in die Sonne zu legen. „Mein Schlüssel hat nicht gesperrt. Sie haben, ohne es anzukündigen, das Schloss ausgetauscht und den Code zum Öffnen der Garage geändert.“ Also griff er zum Handy, um nachzufragen.

Eine „biologische Tatsache“
Ja, es stimme schon, dass er zu Schimpftiraden neige, sagt der Nordburgenländer. „Aber vom Umbringen war nicht die Rede. Ich habe nur zu ihr gemeint, dass sie ohnehin vor mir sterben wird. Das ist statistisch gesehen eine biologische Tatsache und keine Drohung.“ Erfolglos habe er versucht, sich übers Garagendach Zutritt zu verschaffen. „Dann bin ich heimgefahren und 20 Polizisten standen vor mir.“

Ob er betrunken gewesen sei? „Nein.“ Ob er regelmäßig Drogen nehme? „Nein.“ Ob er hoffe, bald wieder Arbeit zu finden? „Ja.“

Eltern sagen nicht aus
Weil sich die Eltern bei der Verhandlung der Aussage entschlagen, darf auch deren Stellungnahme auf der Polizeiwache nicht zur Urteilsfindung herangezogen werden. Der 28-Jährige wird im Zweifel freigesprochen. Ob wieder alles gut werden kann? „Ich habe keine Familie mehr.“

Dies bedingt freilich auch, dass ihm der Vater keine Weihnachts- und Ostergeschenke mehr aufs Konto schicken wird.

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