Bedrohung aus Russland

Deutschland rüstet „in raschem Tempo“ auf

Außenpolitik
22.04.2026 14:12
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Von krone.at

Deutschland bereitet sich mit Blick auf Russland offenbar auf den Ernstfall vor. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg hat unser Nachbarland eine Militärstrategie aufgestellt. Man will die „stärkste Partei“ Europas werden.

„Unser Ziel ist klar: Wir werden die Einsatzbereitschaft unserer Bundeswehr weiter stärken – und das in einem raschen Tempo“, zeigt sich der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius entschlossen. „Wir entwickeln die Bundeswehr zur konventionell stärksten Armee Europas.“ Man wolle „zügig“ daran arbeiten, die Zahl der Soldaten und die militärische Einsatzbereitschaft zu erhöhen.

Russland als Hauptbedrohung
Schwerpunkt der neuen deutschen Militärstrategie ist es, Bedrohungen aus Russland zu begegnen. Russland „bereitet sich durch seine Aufrüstung auf eine militärische Auseinandersetzung mit der NATO vor“, warnte der deutsche Minister. Kreml-Chef Wladimir Putin sehe „den Einsatz militärischer Gewalt als legitimes Instrument zur Durchsetzung seiner Interessen.“

Als größte Volkswirtschaft der EU hat Deutschland eine „besondere Verantwortung“ in Sachen Abschreckung Russlands und Verteidigung der NATO. Über mögliche Zweifel an der Verlässlichlichkeit der USA als NATO-Verbündeter wird in dem Papier geschwiegen.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)(Bild: AFP/TOBIAS SCHWARZ)

„Sonst könnten wir Putin in E-Mail-Verteiler aufnehmen“
Das Gesamtkonzept besteht aus zwei Teilen: der erstmals verfassten Militärstrategie und einem Plan für die Streitkräfte. In Letzterem geht es um Aufbau, Struktur und Umfang der Streitkräfte für die Zukunft. Die Details des Strategiepapiers sind allerdings geheim, weil „wir sonst Wladimir Putin auch in unseren E-Mail-Verteiler aufnehmen könnten“, sagte Pistorius.

Der deutsche Minister erklärte aber: „Kurzfristig erhöhen wir unsere Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit, mittelfristig streben wir einen deutlich übergreifenden Fähigkeitszuwachs an und langfristig werden wir technologische Überlegenheit herstellen.“ 

460.000 Soldaten
Klar ist jedenfalls: Bis 2035 will die Bundeswehr deutlich wachsen: von derzeit etwa 185.000 Berufssoldaten auf eine Zielgröße von etwa 260.000. Deutschland will zusätzlich dazu die Zahl der Reservisten mehr als verdoppeln – auf rund 200.000. Damit würden im Ernstfall rund 460.000 Soldaten zur Verfügung stehen.

Technologischen Fortschritt nutzen
Die Bundeswehr will strategisch umdenken und sich künftig weniger an konkreten Stückzahlen orientieren. „Es geht dabei eben nicht um die exakte Zahl von Panzern, Flugzeugen und Schiffen für die nächsten 10 oder gar 15 oder 20 Jahre“, meinte Pistorius, wie der Sender euronews berichtet. Entscheidend sei nicht die genaue Anzahl, sondern das konkrete Ergebnis von Luftverteidigung, Waffensystemen & Co.

Mehr Marschflugkörper
Einen weiteren Schwerpunkt setzt das deutsche Militär dem Sender zufolge auf die Fähigkeit, Ziele weit hinter der Front zu treffen. Momentan haben die Deutschen mit dem Taurus-Marschflugkörper mit einer Reichweite von über 500 Kilometern nur eine sogenannte „Deep-Strike“-Waffe. Pistorius geht aber davon aus, dass solche Waffen in Zukunft wichtiger werden könnten. So soll etwa für den neuen Kampfjet F-35 ein Marschflugkörper mit einer Reichweite von rund 1000 Kilometern gekauft werden.

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