Der „Krone“-Bericht rund um einen offenbar aggressiven Kater und einen eskalierten Nachbarschaftsstreit in Korneuburg (NÖ) schlug hohe Wellen – nicht nur unter den Lesern, sondern auch beim Besitzer selbst. Dieser wehrt sich nun gegen die Vorwürfe und betont, das Gespräch mit Betroffenen sehr wohl gesucht zu haben.
Im Zusammenleben von Nachbarn bleibt Reibungspotenzial oft unvermeidbar. Schon kleine Auslöser können ausreichen, um Streit entstehen zu lassen. Das zeigt sich auch in Fällen, die zunächst harmlos wirken und später größere Kreise ziehen – etwa bei einem mutmaßlich aggressiven Vierbeiner, der die 28-jährige Anrainerin Melanie (Name von der Redaktion geändert, Anm.) in ihrem Haus angegriffen haben soll, wie die „Krone“ berichtete.
Besitzer kontert Anrainer-Kritik
Bei dem Besitzer, der sich kurz nach Veröffentlichung der Geschichte an die „Krone“ wandte, gehen seither die Wogen hoch. Auch er wolle nun Stellung zu dem Fall beziehen. Anrainer warfen ihm und seiner Frau vor, im Fall des aggressiven Katers nicht ausreichend unternommen zu haben. Dem widerspricht der Besitzer: Er habe sehr wohl das Gespräch gesucht und Maßnahmen ergriffen, zeigt er sich entrüstet.
Doch der Reihe nach: Melanie, selbst Besitzerin einer Katze, soll nach eigenen Angaben bereits zweimal in ihrem Haus von dem Vierbeiner attackiert worden sein. Beim ersten Vorfall im vergangenen September habe das Tier plötzlich in ihrer Küche gesessen und sie anschließend angegriffen. „Meine Katze war da gar nicht im Raum, sondern im Bad“, schildert sie. Zu einem weiteren Zwischenfall sei es am vergangenen Sonntag gekommen, nachdem sich der Kater erneut Zutritt zu ihrem Zuhause verschafft haben soll. Diesmal dürfte nicht die junge Frau das eigentliche Ziel gewesen sein, sondern ihre Katze. Als sie versucht habe, die beiden Tiere voneinander zu trennen, sei sie selbst ins Kreuzfeuer geraten und attackiert worden.
Sie zeigen sich null gesprächsbereit. Die Vorfälle kommen einfach wieder und wieder vor und nichts passiert.
Das 28-jährige Opfer Melanie
Das sei aus Sicht des Besitzers auch der entscheidende Fehler der 28-Jährigen gewesen. Zwar räumt er ein, dass sein Haustier ein ausgeprägtes „Territorialverhalten“ zeige, doch das Eingreifen mit „bloßen Händen“ hält er für falsch. Stattdessen hätte man ein Glas Wasser nehmen und es über die Tiere schütten sollen, so der Mann.
Vierbeinerstreit nun vor Gericht
Dabei soll Melanie nicht die Einzige in der Nachbarschaft sein, die schon in den Konflikt mit dem Kater gekommen sein soll. Die junge Frau erstattete deshalb bereits zweimal Anzeige bei der Polizei Korneuburg. Wirklich unterstützt gefühlt habe sie sich von den Behörden dabei jedoch nicht. Weil sie zudem Schadenersatzansprüche geltend machte, landete der Fall schließlich vor Gericht. Insgesamt sechs Zeugen und weitere sechs Betroffene werden dort beim Termin im Herbst vorstellig sein, erklärt sie gegenüber der „Krone“.
Melanie habe ihrerseits bereits mehrfach versucht, ein klärendes Gespräch zu führen. Aus ihrer Sicht seien diese Bemühungen jedoch gescheitert. „Sie kommen immer mit einer Schachtel Pralinen vorbei, wenn wieder ein Vorfall mit dem Kater war. Das löst das Ganze aber auch nicht“, so die 28-Jährige. Die Situation sei ihr „äußerst unangenehm“, zudem finde sie es „wirklich schade“, wie sich der Konflikt entwickelt habe. Gerade deshalb, weil in der Nachbarschaft sonst ein freundliches und hilfsbereites Miteinander herrsche.
Der Besitzer betont, zumindest mit einer weiteren Katzenbesitzerin in der Siedlung eine Maßnahme getroffen zu haben. Man habe sich darauf geeinigt, die Tiere zu unterschiedlichen Zeiten aus dem Haus zu lassen. Der eine darf bis 16 Uhr, der andere danach ins Freie.
Dass die ganze Siedlung Angst vor dem Kater hat, stimmt so sicherlich nicht.
Der Besitzer des Katers
Kater ist „nicht gefährlich“
Trotz der Attacken sieht der Besitzer keine Gefahr für andere Anrainer. „Dass die ganze Siedlung Angst vor dem Kater hat, stimmt so sicherlich nicht.“ Er und seine Frau würden fast täglich mit dem Tier zum nahegelegenen Badeteich spazieren gehen. Dort verhalte sich der Vierbeiner stets ruhig, betont er. Melanie und ein weiterer Anrainer zeichnen, wie berichtet, ein anderes Bild. Auch am Badeteich soll es schon zu Attacken gekommen sein.
Die Folgen der Angriffe spürt Melanie bis heute. Nach den Vorfällen musste sie notärztlich behandelt werden und Antibiotika gegen die Kratzer und Bisse einnehmen. Besonders bitter: Nach eigenen Angaben wurde dabei eine Sehne in ihrem rechten Daumen verletzt. Eine Bewegung wie beim Winken sei ihr seither nicht mehr möglich.
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