Der Schulweg zu weit? Die Lehrerin zu streng? Die Uni-Anmeldung zu kompliziert? Immer mehr Eltern intervenieren für ihre Kinder – und schaden ihnen damit in Wahrheit am meisten.
Groß ist der Aufschrei zahlreicher Eltern: Hilfe, mein Kind bekommt an seinem Wunschgymnasium keinen Platz! Das betrifft steiermarkweit aktuell 256 Schüler, 245 davon allein in Graz. Jetzt müssten ihre Mädchen und Buben, so das laute Wehklagen in Onlineforen und elterlichen WhatsApp-Gruppen, Schulwege von bis zu 55 Minuten in Kauf nehmen. Nein, nicht zu Fuß, wie es vor 50, 60 Jahren auf dem Land noch üblich war, sondern mit dem Bus – weil die nun zugewiesene Schule blöderweise nicht ums Eck liegt. So lange Fahrten – vielen Jugendlichen heutzutage anscheinend nicht mehr zumutbar.
Doch nicht nur in schulischen Angelegenheiten intervenieren Mamas und Papas immer öfter, sie mischen mittlerweile auch an den Unis kräftig mit: So ist es in der Steiermark längst keine Seltenheit mehr, dass Studenten zum Inskribieren oder zu Informationsveranstaltungen begleitet werden.
Wenn Helikoptereltern die Kontrolle über den Nachwuchs übernehmen, sind die Hauptleidtragenden aber nicht gepiesackte Uni-Professoren, Lehrer und Kindergartenpädagoginnen, sondern die Kinder selbst. Wie sollen sie lernen, irgendwann einmal selbst auf eigenen Beinen zu stehen?
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