„Liebe Spieler des Wolfsberger AC!“, beginnt er sein Schreiben. Und dann wird‘s emotional. Sogar Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner sorgt sich um den inzwischen letztplatzierten WAC. Und wendet sich mit einem offenen Brief ...
Angesichts der aktuell schwierigen sportlichen Situation und des Drucks im Kampf um den Klassenerhalt geht‘s Fellner forsch und offensiv an. Er signalisiert die volle Unterstützung des Landes. In seinem Brief betont er, es gehe jetzt um mehr als nur um Punkte, nämlich um den Stolz und den gelebten Zusammenhalt des Teams. „Ja, die Situation ist schwierig. Ja, der Druck ist da. Aber wisst ihr, was noch da ist? Ein ganzes Land, das hinter euch steht. Kärnten glaubt an euch. Kärnten steht zu euch. Kärnten ist stolz auf euch.“ Mehr Lokalpatriotismus geht kaum.
„Zeigt, was in euch steckt“
Der Verein habe dem ganzen Land in der Vergangenheit so viel gegeben. Jetzt gehe es um den Klassenerhalt. Und um das anstehende Spiel gegen den GAK. Das Spiel sei „eure Chance“, schreibt der Landes-Oberste: „Eure Bühne. Euer Moment. Zeigt uns, was in euch steckt. Zeigt euch selbst, was in euch steckt. Und wenn es hart wird – und das wird es – dann denkt daran: Hinter euch stehen Tausende. Hinter euch steht Kärnten.“
Düstere Aussichten
Ob‘s zum Klassenerhalt noch reicht oder nicht – noch ehe sich der Cup-Triumph zum ersten Mal jährt, ist der WAC vorerst ganz unten angekommen. Beim bisherigen Bundesliga-Schlusslicht in Linz gingen die Kärntner als 0:3-Verlierer vom Platz. „Blau-Weiß hat uns vorgezeigt, was es heißt, eine Mannschaft zu sein“, schilderte Verteidiger Nicolas Wimmer die vermeintlich größte Baustelle. Bei noch vier ausstehenden Runden wird die Perspektive für den nun einen Punkt im Hintertreffen liegenden WAC zunehmend düster.
Nicht zuletzt der als Feuerwehrmann geholte Thomas Silberberger sah nach der neunten Auswärtsniederlage und dem schon zwölften sieglosen Ligaspiel jeweils in Folge eine „sehr gefährliche Situation“. Seine Mannschaft hänge in den Seilen, räumte der Trainer in der ersten Enttäuschung ein. „Wenn ich ehrlich bin, spricht nicht viel für uns.“ Seit 2012/13 spielt der frühere Dorfklub im Bundesliga-Oberhaus – eine Mitgliedschaft, die keine zwölf Monate nach dem größten Vereinserfolg akut wackelt.
„Dass man so abrutschen kann in einer Saison mit so einer Mannschaft, ist unbegreiflich“, meinte Wimmer im Sky-Interview. Anders als zuletzt richteten sich die diversen Mannschaftsteile in Linz nicht gegenseitig via Medien Versäumnisse aus. Ein Teamevent mit Vollkontakt im Training, um so manche interne Spannung abzubauen, trug im Vorfeld der Partie aber auch keine Früchte. „Es bringt nichts, jede Woche draufzuhauen“, sagte Wimmer ernüchtert. „Wir müssen uns um 180 Grad drehen und schauen, dass wir da unten irgendwie rauskommen.“ Notfalls mit Unterstützung des Landeshauptmanns.
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