Kunstfreunde fiebern der Kunst-Biennale in Venedig ab Mai entgegen. Skandal-Performerin Florentina Holzinger gestaltet den österreichischen Beitrag. Erste Details sickern durch.
Venedig ist ins Wasser gebaut. Auch der Österreichische Pavillon in den Giardini, dem Gelände für die venezianische Welt-Kunst-Schau, liegt an einem Kanal. Josef Hoffmann hat ihn entworfen: Zwei Quader mit Oberlichten und Entrées werden von einem Durchgang getrennt.
Von 9. Mai bis 22. November wird ihn Choreografin und Performerin Florentina Holzinger für Österreich mit einer Performance bespielen. Was sie unter dem Titel „Seaworld Venice“ zeigt, ist offiziell nicht bekannt. Nur so viel: „Der Pavillon in Venedig wird für uns nicht nur ein Unterwasser-Themenpark, sondern auch ein Sakralbau und eine Kläranlage sein. Es geht in dieser technischen Installation thematisch um Schmutz, Verunreinigung und ihre Beseitigung“, verriet Holzinger im Vorfeld.
Jeder, der ihre extremen, lustvoll Tabus brechenden Bühnenarbeiten wie „Ophelia’s Got Talent“, „Sancta“ oder „A Year without Summer“ kennt, weiß: „Seaworld Venice“ wird keine Wohlfühloase.
Die dazugehörige Website lüftet zwar auch keine Geheimnisse, listet aber eine Armada an Mitarbeitern auf. Es wird wohl teuer. Und dafür wurden im Vorfeld Unterstützer geworben. Mit einer Präsentation. Natürlich strengst geheim. Doch es sickern Details durch. Auch Kunstjournalist Christof Habres weiß in seinem Newsletter pointiert darüber zu berichten. So soll vor dem Pavillon eine Reihe von Mobil-Klos aufgestellt werden, die den Urin der Besucher in zwei großen Containern in den beiden Gebäudeflügeln sammeln. Und in dieser Urin-Suppe schwimmen dann Holzinger und ihre Performerinnen herum.
Weitere Stimmen aus der Performance-Szene kennen ebenfalls ein Präsentationsvideo von Holzingers Urin-Tank-Schwimm-Konzept, wobei die Schwimmerinnen in Taucheranzügen geschützt sind.
Die vom Bund für diesen Beitrag gezahlten 600.000 Euro werden wohl kaum für das enorm aufwendige Projekt reichen. Florentina Holzinger nennt es selbst „sehr herausfordernd“. Noch spannender wird es, ob die technische Umsetzung überhaupt gelingt. Ob alle Genehmigungen zu bekommen sind und alle Auflagen erfüllt werden können. Ob bis November – auch im brütend heißen Sommer – Performances stattfinden. Und ob das Lulu überhaupt echt ist.
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