Sommersaison startet

Monatskarten und mehr Neuigkeiten in Wiens Bädern

Wien
22.04.2026 12:30

Am Samstag, den 2. Mai, starten Wiens Bäder in die Sommersaison, und das mit vielen Neuerungen: solchen, die Badegästen nützen und auch sparen helfen – und solchen, die dem Stadtbudget nützen.

Mit demonstrativem Schwung (siehe Bild oben) geht das Rathaus in die neue Bädersaison: Der Eröffnungstermin fand bei der Rutsche im Ottakringer Bad statt, die ebenso wie jene in Döbling und der Großfeldsiedlung erneuert wurde. Gute Laune und einige Zuckerln für Badegäste sollen vergessen machen, dass auch beim sommerlichen Freizeit-Fixpunkt der Sparstift angesetzt wurde.

Neues Schnäppchen als Zuckerl der Saison
2,3 Millionen Euro mussten die Bäder einsparen, etwa durch die Schließung vieler Sauna-Bereiche von 15. Juni bis 13. September, dem Ende der doppelten Kassa-Besetzung in Halle und Freibad und anderen, laut Bäderstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) „durchaus vertretbaren Auswirkungen für die Badegäste“. Er betonte mit Verweis auf andere Gemeinden, es sei keine Selbstverständlichkeit, dass auch heuer wieder alle Wiener Bäder aufsperren, und das zu weiterhin „leistbaren“ Preisen.

Zitat Icon

Wir garantieren trotz angespannter Budgetlage den Betrieb aller Standorte. Besonders wichtig ist mir zudem der Erhalt der Leistbarkeit der Bäder.

Bäderstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ)

Czernohorszky räumte zugleich weiteren Sparbedarf ein. Diese Ziele werde man durch weiteres Verschlanken der Organisation erreichen, zeigte er sich zuversichtlich. Streichungen beim Angebot oder dem schon beschlossenen Bäder-Ausbauprogramm schloss er aus, ebenso wie Preiserhöhungen jenseits der Inflation. Der reguläre Tageseintritt für einen Erwachsenen kostet inzwischen 8,10 Euro. Ein Schnäppchen gibt es aber ab der heurigen Saison wieder für all jene, die öfter ins Bad gehen, aber für die sich eine Halbjahres- oder Saisonkarte nicht auszahlt.

Versuchsballon für späteren Badeschluss
Ab Saisonstart gibt es auch eine neue 30-Tages-Karte zum Preis von sechs Tageseintritten, also um 48,60 Euro für Erwachsene und für Kinder, Jugendliche und alle anderen mit ermäßigten Tarifen entsprechend weniger. Die Zeitkarte erspart ebenso wie Online-Tickets, die man nun schon sieben Tage im Voraus kaufen kann, das Warten an der Kasse – vor allem im Gänsehäufel: Dort wird es ab Juni schnelleren Zutritt für Gäste mit bereits gekauften Tickets geben.

73 Schwimmbecken

73 Schwimmbecken in den 30 städtischen Bädern, Familienbäder mitgerechnet, wurden während der letzten Wochen von 500 Bediensteten der Wiener Bäder fit für den Sommer gemacht.

Ein Stück neben dem Gänsehäufel, im Strandbad Alte Donau, startet ein Versuchsballon für längere Öffnungszeiten: Von 20. Juni bis 2. August ist dort bei Schönwetter erst um 20.30 Uhr Badeschluss, also eine Stunde länger als überall sonst. Wird das Angebot gut angenommen, könnte es in der nächsten Saison auch auf andere Bäder ausgedehnt werden.

Eine eigene Rutsche zum Abschied
Eine weitere positive Neuerung ist das Aufstocken der Plätze in den begehrten Sommerschwimmkursen, für die man sich ab 1. Juni anmelden kann. Dazu kommen wie immer Extra-Veranstaltungen, von Kultur über Lernhilfe bis Ferien-Animation. Jetzt muss nur noch das Wetter passen. Laut dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wetterprognosen sind von Mitte Mai bis Anfang Juni überdurchschnittliche Temperaturen sogar wahrscheinlich.

Bäder-Stadtrat Jürgen Czernohorszky überraschte den scheidenden Bäder-Chef mit einer ...
Bäder-Stadtrat Jürgen Czernohorszky überraschte den scheidenden Bäder-Chef mit einer Rutschen-Taufe.(Bild: Martin A. Jöchl)

Sentimentale Badeschluss-Stimmung trotz Bäder-Öffnung machte sich bei Hubert Teubenbacher breit: Für ihn ist die 17. auch die letzte Saison als Wiens Bäder-Chef. Die Suche nach einem Nachfolger läuft. Dank für all die Jahre gebühre „den wahren Helden: die, die im Dienst blau und weiß tragen“, meinte er bescheiden. Gerührt reagierte der Wahl-Ottakringer darauf, dass die Rutsche in „seinem“ Bad nun „Hubert-Teubenbacher-Rutsche“ getauft wurde. Der werdende Opa sagte, er freue sich schon, das Schild einmal seinem Enkelkind zu zeigen – und dann selbstverständlich gemeinsam zu rutschen.

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