Änderungen bei Bädern

Sparkurs: Stadt Wien sperrt Saunen zu

Wien
18.01.2026 06:00

Allen Gemeinden des Landes steht das Wasser bis zum Hals – auch Wien muss massiv einsparen. Das trifft selbst die Bäder. Die Wiener müssen sich vor allem auf Änderungen bei den Saunen einstellen. 

Beginnen wir mit einer guten Nachricht. Während viele Gemeinden angesichts der Budget-Katastrophe zuallererst den Wasserhahn zudrehen und das örtliche Schwimmbad schließen, steht das in Wien nicht zur Debatte.

Der zuständige Stadtrat Jürgen Czernohorszky von der SPÖ gibt vielmehr das Versprechen ab: „Ich schließe Bäderschließungen bis zum Ende der Legislaturperiode aus.“ Damit sind die 38 Standorte bis 2030 gesichert.

Gespart muss trotzdem werden. Die Vorgabe des Stadtrats: 2,3 Millionen Euro einholen. Aber mit der Vorgabe: „Angebot, Sicherheit und Komfort dürfen nicht leiden.“ Spüren werden es die Wasser- und Sauna-Fans dennoch.

Die Änderungen ab der Sommer-Saison am 2. Mai

  • Änderung der Öffnungszeiten: Die Stadt spricht von „geringfügigen Adaptierungen“ in den Familienbädern. Das betrifft den Mai und den Juni. Bisher galt die Regelung: geöffnet von 10 bis 19 Uhr. Zukünftig: von 13 bis 19 Uhr, also drei Stunden später. Die Nutzung zu den früheren Zeiten sei gering, heißt es. Im Juli und August bleibt alles wie gehabt (10 bis 20 Uhr).
  • Saunen bleiben geschlossen: Das wird die Fangemeinde der hohen Temperaturen besonders heiß laufen lassen. Tatsächlich ist die Gruppe jener, die auch im Hochsommer bei 35 Grad Außentemperatur in den städtischen Bädern einen Aufguss machen, zu gering für den Vollbetrieb. Deswegen gibt es auch hier Einsparungen. Die betrifft die Sauna-Standorte Apostelbad, Einsiedlerbad, Hermannbad und Penzinger Bad. An diesen Adressen wird die Betriebssperre verlängert. Früher waren die Schwitzbäder von 8. Juli bis 2. September geschlossen – in Zukunft von 15. Juni bis 13. September. Ganz kalt bleiben die Saunen in den Kombibädern Simmeringer Bad, Ottakringer Bad, Großfeldsiedlungsbad und Donaustädter Bad: Wo es bislang keine Sperren gab, gilt ab sofort eine von 2. Mai bis 13. September.
    Aber: Die Saunabereiche in Hallenbädern (Amalienbad, Hütteldorfer Bad, Floridsdorfer Bad) und anderen Kombibädern (Brigittenauer Bad, Theresienbad) bleiben geöffnet.
Bäder-Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ)
Bäder-Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ)(Bild: Eva Manhart)
  • Nur noch ein Haupteingang im Sommer: In den Kombibädern (siehe Grafik unten) war es bisher so üblich, dass sowohl beim Eingang zum Hallenbad, als auch zum Freibad jeweils eine Person für den Ticketkauf saß. Auch damit ist Schluss. Die Hallenbadkassen sind im Sommer nicht mehr besetzt – der Weg über das Freibad aber nach wie vor möglich.
  • Das spart Personalkosten: Durch die Maßnahmen – von Sauna-Schließungen bis zu unbesetzten Kassen – benötigt die Stadt Wien 25 Vollzeitäquivalente bzw. 50 Saisonkräfte weniger. Das ist Personal, das im Sommer zukünftig nicht mehr angestellt werden muss.
(Bild: Krone KREATIV)

„Wir sparen, indem wir Strukturen und Prozesse neu organisieren. Nicht, indem wir bei Sicherheit, Qualität oder Angebot kürzen“, so Czernohorszky . Andere Städte lösen das Energieproblem, indem sie das Wasser um ein paar Grad abkühlen. Der Stadtrat: „Man hätte auch sagen können: Kauft euch Neoprenanzüge. Aber das machen wir nicht.“ 

Neuerrichtungen und Aufwertungen „in Umsetzung“
Keine Bäder werden geschlossen! Die Stadt Wien gibt nicht nur ein klares Bekenntnis dazu ab, sondern arbeitet weiterhin an Sanierungs- und Neubauprojekten.

Die „Krone“ weiß, was alles im Entstehen ist: „Der Neubau der Schwimmhalle im Höpflerbad und die Erneuerung des Daches im Döblinger Bad wurden bereits gestartet und werden planmäßig fortgesetzt“, heißt es von der Stadt. „Die Erneuerung des Daches im Kombibad Hietzing folgt ab Ende April, die umfassende Sanierung des Jörgerbades im Juli. Hierfür bleibt heuer das angeschlossene Freibad geschlossen.“

Die Stadt Wien investiert insgesamt 115 Millionen Euro in die Neuerrichtung von fünf Schwimmhallen sowie rund 30 Aufwertungen an bestehenden Standorten. Dies sind zum Beispiel die Errichtung von Wasserspielplätzen, der Ausbau der barrierefreien Einrichtungen oder die Gestaltung von Vorplatz-Bereichen.

Bäder-Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) erteilt im Gespräch mit der „Krone“ auch möglichen Privatisierungs-Debatten im Vorfeld eine Absage: „Wenn wir über die Finanzierbarkeit nachdenken, genau dann machen wir diesen Fehler sicher nicht. „Es gab eine Zeit der SPÖ-ÖVP-Koalition, wo die ÖVP die Privatisierung der Bäder gefordert hat.“ Das würde laut Czernohorszky nur eines werden: teurer!

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