So schützt man sich

Polizei warnt vor Pflegekräften mit langen Fingern

Oberösterreich
21.04.2026 15:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Leider häufen sich momentan Fälle von Diebstählen durch Pflegepersonal, wie die Exekutive warnt. In Oberösterreich gab es zwischen Oktober und März sechs solcher Fälle, die Dunkelzahl dürfte deutlich höher sein. Deswegen liefern die Beamten gute Tipps, wie man diese Diebstähle vermeiden kann. 

Diebstahl durch Pflegepersonal im häuslichen Bereich ist ein immer häufiger auftretendes Phänomen. In Oberösterreich ereigneten sich im Zeitraum von Oktober 2025 bis März 2026 insgesamt sechs derartige Taten, die Dunkelzahl dürfte höher sein. Solchen Diebstählen kann aber durch gezielte Präventionsmaßnahmen vorgebeugt werden. 

Kein Generalverdacht
Dabei betont die Polizei, dass es nicht Ziel sei, bestimmte Personen oder Berufsgruppen unter Generalverdacht zu stellen, sondern durch einfache präventive Maßnahmen potenzielle Missverständnisse sowie unbegründete Verdächtigungen zu vermeiden – daher sollen die nachfolgenden Empfehlungen dem Schutz aller Beteiligten dienen.

Polizei hat neun gute Tipps
Wichtig sei es, Gelegenheiten zu vermeiden, Wertsachen und Bargeld zu sichern und eine offene Kommunikation mit dem Pflegepersonal zu suchen. Konkret hat die Kriminalprävention des Landeskriminalamtes OÖ folgende neun Tipps parat:

  • Seriöse Vermittlungsagenturen: Beauftragen Sie Agenturen, die das Personal vorab überprüft, und Referenzen einholt.
  • Offene Kommunikation: Sprechen Sie das Thema Wertsachen und Vertrauen zu Beginn offen an.
  • Transparenz und „vier Augen Prinzip“: Führen Sie ein Kassenbuch, falls Pflegekräfte Zugriff auf Geldmittel für Einkäufe und Apothekenbesuche haben. Vereinbaren Sie klare Abläufe (Belege sammeln, Kassenbuch führen). Angehörige sollten regelmäßig kontrollieren und als Vertrauensperson Präsenz zeigen.
  • Keine großen Bargeldbeträge: Bargeld, Gold sowie wertvoller Schmuck sollten nicht in den Wohnräumen aufbewahrt werden. Falls doch erforderlich, in einem Tresor sichern.
  • Wertvolle Gegenstände: Für Gemälde, Statuen oder dergleichen sollte ein Inventarverzeichnis mit Fotodokumentation angelegt werden, um im Anlassfall eine eindeutige Zuordnung zu ermöglichen.
  • Zugangsdaten und PIN-Codes sichern: Diese nicht offen zugänglich im Wohnbereich aufbewahren. Vollmachten und Online-Banking restriktiv handhaben.
  • Anzeichen beachten: Verdächtige Wahrnehmungen, wie ein plötzliches Fehlen von Wertgegenständen und Bargeld, sollten nicht ignoriert werden.
  • Dokumentation und Anzeige: Notieren Sie präzise, wann was verschwunden ist. Erstatten Sie unverzüglich bei der Polizei eine Anzeige.
  • Karten sperren: Sollten Bankkarten fehlen, veranlassen sie eine sofortige Sperrung der Karte.
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