Nach dem Amtsantritt von Papst Leo XIV. erlebt die katholische Kirche einen Wandel hin zu mehr Ruhe und Struktur. Pater Karl Wallner, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich, ordnet die neue Ausrichtung ein – und findet zugleich klare Worte zur Debatte über Islam und Islamismus in Österreich.
Ein Jahr nach dem Tod von Papst Franziskus und dem Beginn der Amtszeit von Papst Leo XIV. sieht Pater Karl Wallner die katholische Kirche in einer Phase der Neuorientierung. Der neue Papst stehe für Kontinuität und Ordnung, sagt Wallner. „Er will die Kirche wieder in ruhiges Fahrwasser bringen und weniger auf persönliche Inszenierung setzen.“ Nach der sehr prägenden, teils unkonventionellen Amtszeit von Franziskus bringe Leo XIV. bewusst mehr Struktur und Verwaltungssicherheit in den Vatikan.
Auch inhaltlich setzt der neue Papst nach Ansicht Wallners andere Akzente, etwa durch seine erste große Auslandsreise nach Afrika. Dort wachse die Kirche stark, während Europa zunehmend an Bedeutung verliere. „Die katholische Kirche wächst weltweit jedes Jahr um Millionen – doch in Europa ist davon wenig zu spüren. Hier ist das Christentum klar in der Krise. Afrika ist der Zukunftskontinent“, so Wallner.
Schlagabtausch mit Trump
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte zuletzt auch ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen Papst Leo XIV. und US-Präsident Donald Trump. Nachdem der Papst Gewalt im Iran scharf verurteilt und zu mehr Diplomatie aufgerufen hatte, reagierte Trump mit persönlichen Angriffen und bezeichnete ihn als „schwach“. Wallner stellt sich klar hinter den Papst: Es sei dessen Aufgabe, konsequent für Frieden einzutreten. Die vatikanische Diplomatie versuche stets zu vermitteln – auch wenn das in aufgeheizten Konflikten schnell missverstanden werde.
Wallner über Islamismus: „Klare Regeln statt Naivität“
Deutlich wird der Ordensmann beim Thema Islamismus in Österreich. „Wir sind beim politischen Islam zu naiv“, warnt er. Dieser sei mit westlicher Demokratie nicht vereinbar und habe in Österreich keinen Platz. Gleichzeitig betont Wallner die notwendige Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus: Viele Muslime lebten friedlich in Österreich und wollten sich integrieren.
Kritisch sieht er jedoch Entwicklungen im Bereich Integration und Bildung. Österreich müsse klarer definieren, welche Werte gelten: „Wer zu uns kommt, muss unsere Sprache lernen und unsere Regeln akzeptieren.“ Bisher sei man hier oft zu zurückhaltend gewesen.
Auch international bleibe die Lage angespannt. Die Kirche müsse weiterhin klar für Frieden eintreten, betont Wallner, selbst wenn das in politischen Konflikten zu Spannungen führe.
Den ganzen Talk mit Pater Wallner sehen Sie im Video oben! Wie Sie krone.tv empfangen, lesen Sie hier.
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