Statistik für Tirol

84 von 100 Sozialbetrügern sind keine Österreicher

Tirol
20.04.2026 08:13

Das soziale Netz schützt in schwierigen Lebenssituationen vor dem Fall ins Nichts, auch in Tirol wird es teils missbraucht. Die Polizei-Bilanz des Vorjahres liefert Aufschlussreiches – etwa, woher die meisten mutmaßlichen Trickser kommen.

Hilfe bei Arbeitslosigkeit, Familien- und Wohnbeihilfe, Kindergeld, Mindestsicherung – Sozialleistungen laufen auf etlichen Schienen. Überwiegend sind sie treffsicher, aber manche nutzen das System gnadenlos aus. „Den Missbrauch von Leistungen gilt es im Sinne des sozialen Friedens zu verhindern, aber auch in Hinblick auf den weiteren Erhalt der Sozialsysteme“, schickt die Polizei in der Bilanz voraus.

Das Innenministerium hat eigens die Task Force Sozialleistungsbetrug (TF SOLBE) etabliert. Diese arbeitet mit AMS, Pensionsversicherung, Finanzpolizei und Bezirkshauptmannschaften zusammen.

Etliche Fälle drehen sich auch um den Bezug von Arbeitslosengeld (Symbolbild).
Etliche Fälle drehen sich auch um den Bezug von Arbeitslosengeld (Symbolbild).(Bild: P. Huber)

427 Verdachtsmeldungen unter die Lupe genommen
Fazit: Im Vorjahr gingen in Tirol 427 Verdachtsmeldungen bei der TF SOLBE ein, die näher untersucht wurden. Daraus mündeten 347 mutmaßliche Betrugshandlungen, die letztlich bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck angezeigt wurden.

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Den Missbrauch von Leistungen gilt es im Sinne des sozialen Friedens zu verhindern, aber auch in Hinblick auf den weiteren Erhalt der Sozialsysteme.

Die Polizei in der Jahresbilanz für Tirol

„Hausdurchsuchungen, Kontoöffnungen, Observationen oder Aufenthaltsermittlungen spiegeln die tägliche Arbeit der Ermittlerinnen und Ermittler wider“, heißt es. Auch illegale Beschäftigung gehört zum Aufgabengebiet. Es gab beispielsweise Schwerpunktkontrollen im Taxi- und Mietwagengewerbe oder bei Paketdienstfahrern, ebenso auf Großbaustellen.

Millionenschaden ermittelt
Der vorerst ermittelte Gesamtschaden in Tirol betrug 1,37 Millionen Euro, die Summe dürfte sich noch etwas erhöhen. Häufig wurden Sozialleistungen eingestellt, gekürzt oder zurückgefordert.

Ukrainer führen die Statistik deutlich an
Die Top-Nationen unter den Anzeigen sind Ukraine (121 Fälle), Österreich (62), Syrien (36) sowie Afghanistan, Türkei und Ungarn (jeweils acht Fälle).

„Der Anteil der Beschuldigten mit österreichischer Staatsbürgerschaft beträgt 16 Prozent“, verweist die Polizei auf einen hohen Ausländeranteil. Warum sind Ukrainer so oft Beschuldigte? Laut Ermittlern gehe man häufig versteckten Besitztümern, Einkommen bzw. Pensionen in der Heimat nach. 

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