Sollte 10 Tage dauern
Trotz Waffenruhe: Israel beschießt Libanon-Dörfer
Schon kurz nach Inkrafttreten der Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon am Donnerstag hat Israel mehrere Dörfer beschossen. Die beiden Länder hatten unter der Vermittlung von US-Präsident Donald Trump eine zehntägige Waffenruhe vereinbart, die auch die pro-iranische Hisbollah-Miliz einschließt.
Die Feuerpause begann Donnerstagnachmittag (17.00 Uhr US-Ostküstenzeit, 23.00 Uhr MESZ). Israel hat jedoch nach libanesischen Angaben bald dagegen verstoßen. Die israelische Armee habe wiederholt mehrere Dörfer im Süden beschossen, teilte die libanesische Armee Freitagfrüh mit.
Trump schrieb am Donnerstag auf seiner Onlineplattform Truth Social, er habe „exzellente Gespräche“ mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu geführt. Beide hätten einer Waffenruhe zugestimmt, um „Frieden zwischen ihren Ländern zu erreichen“.
Hisbollah-Miliz Teil der Waffenruhe
Der US-Präsident erwähnte zunächst nicht die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz, deren gewaltsamer Konflikt mit Israel wegen des Iran-Kriegs neu entflammt war. Später betonte der US-Präsident aber, die Schiiten-Miliz sei Teil der Waffenruhe: „Heute wird es eine Waffenruhe geben, und die wird auch die Hisbollah mit einschließen“, sagte er zu Journalisten.
Libanons Rolle im Iran-Krieg
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die schiitische Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei israelischen Angriffen wurden nach libanesischen Angaben bisher fast 2200 Menschen getötet.
Iran fordert Truppenabzug aus Libanon
Attacken der Hisbollah-Miliz und anderer bewaffneter Gruppen auf Israel soll die Regierung in Beirut verhindern. Israel behält sich dem Text zufolge das Recht auf Selbstverteidigung gegen geplante oder laufende Angriffe vor, verzichtet jedoch auf Offensiven. Der Iran forderte am späten Donnerstagabend einen vollständigen Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon. Das teilte das Außenministerium in Teheran laut iranischen Medienberichten mit. Kurz vor Beginn der Waffenruhe hatte es noch Angriffe aus beiden Lagern gegeben.
Kein Kriegszustand
Beide Länder bekräftigen, dass sie sich nicht im Krieg befänden, und bitten die USA um die Vermittlung direkter Verhandlungen. Ziel sei es, alle verbleibenden Streitfragen wie die Festlegung der internationalen Landesgrenze zu klären und ein umfassendes Abkommen für dauerhafte Sicherheit und Stabilität zu erreichen.
Netanyahu sprach von der Chance auf ein „historisches Friedensabkommen“ mit dem Libanon. Er kündigte zugleich an, die israelischen Streitkräfte würden in einem zehn Kilometer breiten Streifen im Süden des Libanon an der Grenze zu Israel bleiben.
Hisbollah will sich „vorsichtig an Waffenruhe halten“
Der Hisbollah-Abgeordnete Ibrahim al-Mussawi sagte, die Miliz werde sich unter Bedingungen an die Waffenruhe halten. „Wir von der Hisbollah werden uns vorsichtig an die Waffenruhe halten unter der Bedingung, dass es sich um eine umfassende Einstellung der Kampfhandlungen gegen uns handelt“, sagte al-Mussawi. So dürfe Israel die Feuerpause nicht für „Morde“ an Hisbollah-Vertretern nutzen.
Positive Reaktionen
Die Nachricht von der Waffenruhe stieß international auf ein positives Echo. Die französische Präsidentschaft sprach von einer „exzellenten Nachricht“. Nun müsse aber vor Ort sichergestellt werden, dass die Waffenruhe auch eingehalten werde. Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni gratulierte Israel und dem Libanon zur Erreichung eines „historischen Meilensteins“.
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die Waffenruhe. „Das ist eine Erleichterung, denn dieser Konflikt hat schon viel zu viele Menschenleben gefordert“, schrieb sie auf X. „Jetzt brauchen wir nicht nur eine vorübergehende Pause, sondern einen Weg hin zu dauerhaftem Frieden.“










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