Brisanter Bericht

Kreml testet wohl Munition an lebenden Menschen

Ausland
16.04.2026 09:25

Laut einer aufsehenerregenden Untersuchung soll Russland seine Artilleriemunition mitunter an gesunden Militärangehörigen ausprobieren. Von enormer Bedeutung dürfte in diesem Zusammenhang ausgerechnet jenes Institut sein, das in den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter im englischen Salisbury verwickelt war.

Wie wenig dem Kreml tatsächlich am Leben seiner eigenen Bevölkerung liegt, zeigt eine Recherche des unabhängigen Medienprojekts „Proekt“ auf: Demnach soll das Staatliche Forschungsinstitut für Militärmedizin des russischen Verteidigungsministeriums die Wirkung von Geschoßen auf Menschen testen. An angeblichen „Freiwilligen“ solle dabei studiert werden, wie verschiedene Arten von Munition auf den menschlichen Körper wirken und was für die „Zerstörung oder Kampfunfähigkeit feindlichen Personals“ notwendig ist.

Dem Direktor der Einrichtung, Sergej Tschepur, wird vorgeworfen, hierfür ein eigenes Testgelände eingerichtet zu haben, das russische wie auch NATO-Militärstellungen simuliert. Während der Versuche habe man bei den Teilnehmern Proben entnommen sowie das Herz-Kreislauf- und Nervensystem überwacht. Dies solle aufzeigen, wie sich die Entfernung zu Explosionen von Geschossen unterschiedlicher Kaliber auf den Körper auswirkt.

Vieles bleibt im Dunkeln
Was mit den Menschen bei den Tests tatsächlich passiert ist, wird nur bruchstückhaft erwähnt – eine typische Kommunikationstechnik bei den Russen, um Unangenehmes zu verschleiern.

In der Untersuchung heißt es, es sei teils zu kritischen Blutdruckproblemen, Veränderungen des Gefäß- und Nervensystems sowie Beeinträchtigungen der sensorischen und logischen Funktionen gekommen. „In Zukunft wird das den Einsatz von Munition zur Bekämpfung feindlicher Streitkräfte mit garantiert zumindest mittelschweren Schäden ermöglichen“, heißt es in den zitierten Konferenzunterlagen.

Laut „Proekt“ wurde das Institut 2015 als einzige Einrichtung des Verteidigungsministeriums zur  Forschung an menschlichen Probanden berechtigt. Zur medizinischen Betreuung wurde demnach im Jahr 2018 ein klinisches Zentrum eingerichtet – mit rund 100 Betten sowie Abteilungen für Intensivmedizin, Therapie und Chirurgie. Bereits damals seien innerhalb nur eines Jahres mehr als 300 Fälle dokumentiert worden, wo Waffen, Medikamente und Impfstoffe an Menschen getestet worden waren. Der genaue Umfang der Versuche ist jedoch unbekannt.

Schlüsselfigur für Entwicklung von Chemiewaffen
Dem unabhängigen russischen Nachrichtenportal „Agentstwo“ nach gilt das Forschungsinstitut als Schlüsselfigur bei der Herstellung von Chemiewaffen. Tschepur habe immer wieder Kontakt zum russischen Militärgeheimdienst GRU unternommen. Dies auch bei der Vorbereitung für den Mordanschlag auf die Skripals mit dem Nervengift Nowitschok, wie eine Untersuchung von „Bellingcat“, „The Insider“, „Der Spiegel“ und „Radio Liberty“ im Jahr 2020 ergab.

Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren 2018 bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury entdeckt worden. Sie entkamen nur knapp dem Tod und leben inzwischen an einem geheimen Ort. London macht Moskau für den Anschlag verantwortlich, der Kreml bestreitet das vehement.

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