„Helfen rettet Leben“

Ausnahmezustand: Wenn die eigene Welt zerbricht!

Niederösterreich
20.04.2026 09:00

Emotionale Krisen passieren plötzlich und meist im Alltag. Bei einem psychiatrischen Notfall besteht akuter Handlungsbedarf. Die Experten Georgia Praska (Rotes Kreuz) und Harald Radschopf (Samariterbund) klären in der Erste-Hilfe-Serie der „Krone NÖ“ auf, was zu tun ist.

Liebeskummer, Angstzustände, Jobverlust oder eine unvorhergesehene Situation, die plötzlich alles verändert. Panik macht sich breit. Bei manchen  Menschen ganz leise, bei anderen wiederum ganz laut. Herzrasen, Zittern, Schweißzustände, Atemnot, Übelkeit: Personen reagieren in psychischen Krisensituationen sehr unterschiedlich. Einige beginnen zu lachen, andere weinen, wieder andere werden teilnahmslos, fast apathisch. 

Psychische Erste Hilfe ist vielfältig und reicht von psychosozialen Krisen bis hin zu psychiatrischen Notfällen. Wichtig für die Erste Hilfe ist die Beruhigung in akuten Stresssituationen, emotionale Unterstützung und die Vermittlung von Sicherheit. Bedürfnisse und Sorgen solle man ernst nehmen, besteht die Gefahr einer Selbstschädigung soll man davor schützen, aber dabei immer den Eigenschutz beachten.

Wie leistet man bei einem psychiatrischen Notfall Erste Hilfe?
Doch Notfälle können immer und überall passieren. „Manchmal geraten Personen in einen psychiatrischen Notfall. Sei es durch Liebeskummer, Angst um den Job oder andere belastende Situationen. Für die betroffene Person fühlt sich die Situation extrem real an. Sie kann auch sehr überwältigend sein. Wenn wir das verstehen, können wir ruhig bleiben und richtig handeln“, erklären die beiden Notfallsanitäter Georgia Praska (Rotes Kreuz) und Harald Radschopf (Samariterbund) im neuesten Teil der Erste-Hilfe-Serie „Helfen rettet Leben“.

Für die „Krone“ stellen Samariterbund und Rotes Kreuz wieder wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen vor.
Für die „Krone“ stellen Samariterbund und Rotes Kreuz wieder wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen vor.(Bild: Attila Molnar)

Schnell und richtig helfen
Bei einem psychiatrischen Notfall besteht akuter Handlungsbedarf. Er zeigt sich etwa durch starke Unruhe, eigenartiges Verhalten oder auch durch Teilnahmslosigkeit. In manchen Fällen kann dabei auch Gefahr für den Betroffenen selbst oder für das Umfeld bestehen. 

„Wichtig ist, nicht mit der betroffenen Person zu diskutieren, sie nicht alleine zu lassen und gegebenenfalls den Notruf zu wählen“, so Radschopf. Das Wichtigste: Schätzen Sie die Situation ein und rufen Sie bei Bedarf 144.

Vier Parameter zur Orientierung
In der Regel gilt es zu beachten: Look (Schau hin), Listen (Hör zu) und Link (Verlinke). Um die Situation richtig einzuschätzen, können sich Ersthelfer an vier Parametern orientieren. Je mehr sie ausgeprägt sind, desto eher handelt es sich um eine Situation mit akutem Handlungsbedarf:

1. Auf das Bauchgefühl hören und die Lage einschätzen
2. Die Intensität der Verhaltensänderung beobachten: Verändert sich das Verhalten des Betroffenen?
3. Kontaktfähigkeit der Person einschätzen: Kann sie kommunizieren, nimmt sie die Umgebung wahr?
4. Besteht eine Selbst- oder Fremdgefährdung? Auf das eigene Bauchgefühl achten und im Zweifel den Notruf wählen!

Das können Ersthelfer tun
Auch aktives Zuhören, Nicken, Augenkontakt und eine zugewandte Körperhaltung können in dieser Situation unterstützen und beruhigen. „Ziel ist es, für Sicherheit zu sorgen und nicht die Krise sofort zu lösen“, so Praska. Sätze wie „Ich sehe, es geht dir nicht gut“ oder „Ich bin bei dir“ können unterstützen. Aber auch in dieser Situation gilt: Selbstschutz vor Fremd- schutz. Bei akuter eigener Bedrohung für Leib und Leben umgehend an einen sicheren Ort begeben und sofort den Notruf 144 wählen.

Beratung in psychosozialen Krisen
Und zuletzt noch „Verlinken“ (Link): In psychiatrischen Notfällen können der Rettungsdienst, aber auch Krisenhotlines oder Kriseninterventionsteams hinzugezogen werden. Kostenlose und anonyme Beratung gibt es etwa rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge: 142 oder bei Rat auf Draht: 147 (für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen ebenfalls rund um die Uhr erreichbar).

Prinzipiell gilt auch hier: Alles ist besser, als nichts zu tun! Ziel dieser „Krone NÖ“-Serie ist es, Menschen die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. „Unfälle können überall passieren, jederzeit und plötzlich“, weiß Praska. „Denke daran, du kannst nichts falsch machen, außer nichts zu tun“, ergänzt Harald Radschopf vom Samariterbund.

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