Die USA und ihre Verbündeten investieren Milliarden, um Chinas Monopol bei seltenen Erden zu brechen. Das Land hat allerdings jahrzehntelang einen staatlich geförderten Verbund aus Forschung, Lehre und Industrie aufgebaut und damit einen Vorsprung, den der Westen schwer aufholen kann.
Eine Analyse der Nachrichtenagentur Reuters zeigt, dass China mehr als 40 spezialisierte Forschungslabors für seltene Erden hat. Ergänzt werden diese durch mindestens elf Universitäten und Fachhochschulen, die zusammen jährlich mehr als 500 Studentinnen und Studenten in speziellen Studiengängen für Seltene Erden ausbilden. Mit diesem geballten Fachwissen können chinesische Unternehmen die Rohstoffe schnell und kostengünstig verarbeiten.
„In China konnte ich Absolventen direkt von der Universität einstellen, und sie waren sofort einsatzbereit. Überall sonst muss ich sie drei Jahre lang ausbilden“, sagte Constantine Karayannopoulos, ehemaliger Chef der Seltene-Erden-Unternehmen Neo Performance Materials und Molycorp. Im Westen fehle dieser Nachwuchs. In den Vereinigten Staaten wurden 2023 nur etwas mehr als 200 Hochschulabschlüsse im Bergbau- und Hüttenwesen vergeben. „Die Verarbeitungsindustrie wurde im Westen in den 90er-Jahren ausgelöscht. Deshalb bildeten die Hochschulen auch keine Studenten mehr für diesen Bereich aus“, sagte Ed Richardson, Chef des US-Magnetherstellers Thomas & Skinner.
In China konnte ich Absolventen direkt von der Universität einstellen, und sie waren sofort einsatzbereit. Überall sonst muss ich sie drei Jahre lang ausbilden.
Constantine Karayannopoulos, Chef von Seltene-Erde-Unternehmen
Umweltschäden in Kauf genommen
Seltene Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, die unter anderem in den Magneten von Elektromotoren, in Windturbinen und Waffensystemen wie Kampfflugzeugen stecken. Ihre Verarbeitung ist komplex und auch umweltschädlich. Die einzelnen Elemente haben fast identische chemische Eigenschaften, was ihre Trennung zu einem aufwendigen Prozess mit Säuren und anderen Chemikalien macht. Bei unsachgemäßer Lagerung der Abfallprodukte können Böden und Wasser vergiftet werden. Chinas Regierung nahm diese Umweltschäden in Kauf, um sich seit den 1980er-Jahren mit Steueranreizen und billigen Krediten die globale Vorherrschaft zu sichern.
Ausfuhr von Technologie eingeschränkt
Heute werden in dem asiatischen Land mehr als 90 Prozent der weltweit verarbeiteten seltenen Erden produziert. Die Regierung hat die Ausfuhr von Technologien und Anlagen zur Verarbeitung eingeschränkt. Technikerinnen und Techniker sollen gar ihre Pässe abgeben müssen, damit sie keine Kontakte ins Ausland haben. Dieser Schritt erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump im April 2025 neue Zölle verhängt hatte.
Seit 2024 fließen in den Vereinigten Staaten Milliarden von Dollar in Forschungsprogramme und Hochschulen zu seltenen Erden. Die Colorado School of Mines baut zwei neue Forschungszentren für kritische Mineralien, das erste soll 2027 eröffnen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.