Konkurrent Raiffeisen

Kampf um Addiko Bank: Slowenische NLB stockt auf

Wirtschaft
01.06.2026 18:31

Neue Wendung im Rennen um die Addiko Bank: Die slowenische NLB erhöht den Einsatz und übertrifft das Konkurrenzangebot Raiffeisen Bank International deutlich. Damit wird der Übernahmekrimi spannender denn je. Wer am Ende die Nase vorn hat, entscheidet womöglich nicht allein der Preis.

In der Übernahme der österreichischen Addiko Bank (früher: Hypo Group Alpe Adria) beißt sich die slowenische Nova Ljubljanska banka (NLB) fest und erhöht das Bieterangebot kräftig. Seit Montag steht das Angebot des Bankinstituts auf 33,50 Euro je Aktie – ursprünglich lag es bei 29,00 Euro in bar – inklusive Dividende. Die Bewertung steigt damit auf etwa 653 Millionen Euro.

Damit liegen sie gut ein Viertel über dem Angebot der Konkurrenz, der Raiffeisen Bank International (RBI). Diese hatte ihr Offert im Mai auf 26,50 Euro und eine Gesamtbewertung von rund 517 Millionen Euro nachbessert, sie strebt ebenso drei Viertel der Anteile an.

Die NLB halte an den übrigen Konditionen aber fest: Die Übernahme komme nur zustande, wenn dem Institut mindestens 75 Prozent der Addiko-Anteile angedient würden und grünes Licht von den Aufsichtsbehörden käme. An der Wiener Börse lag der Kurs der Addiko-Aktie zuletzt bei 27,00 Euro.

Anteilseigner Alta Group hält an RBI fest
Der serbische Investor und Addiko-Anteilseigner Alta Group, erteilte der NLB nun jedoch eine Absage. Den Serben werden unter anderem über Finanzinstrumente knapp 30 Prozent der Addiko-Anteile zugerechnet. Die Gesellschaft teilte mit, sie halte an ihrer Entscheidung fest, ihre Aktien der RBI anzudienen. Ohne die Anteile der Alta Group ist die von der NLB angestrebte Annahmeschwelle von mindestens 75 Prozent rechnerisch nicht zu erreichen.

Zweiter Anlauf für NLB
Auch der Vorstand und Aufsichtsrat der Addiko Bank hatte sich bereits zuvor auf die Seite der Raiffeisenbank International (RBI) geschlagen. Grund dafür waren Sorgen rund um drohende regulatorische Hürden in Kroatien und fehlende Zusagen von Großaktionären.

Die NLB gibt sich dennoch optimistisch, die erforderlichen Genehmigungen rasch zu erhalten. Da Österreich, Slowenien und Kroatien dem gemeinsamen europäischen Aufsichtsmechanismus unterliegen, rechnet die Bank mit einer objektiven Prüfung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Zudem betont die NLB, dass bisher keine verbindlichen Zusagen von Großaktionären für das Angebot der RBI vorliegen. Die Annahmefrist für Aktionäre läuft jedoch noch bis zum 22. Juli.

Die RBI plant im Fall einer erfolgreichen Übernahme, das Addiko-Geschäft in Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro unmittelbar an Alta abzugeben. Für die NLB ist es bereits der zweite Versuch, die aus der ehemaligen Kärntner Skandalbank Hypo Alpe-Adria hervorgegangene Addiko Bank zu übernehmen. Ein erstes Angebot über 22 Euro je Aktie war im Sommer 2024 gescheitert. Seit ihrem Börsengang im Jahr 2019 rückte die Bank aufgrund ihrer stark zersplitterten Eigentümerstruktur wiederholt in den Fokus von Investoren.

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