Immobilie ist zu haben

Star-Virologin verkauft ehemaliges Rotlichtlokal

Burgenland
05.06.2026 07:00

Die in der Corona-Pandemie österreichweit bekannt gewordene Virologin Dorothee Van Laer wollte in Siegendorf im Burgenland in einem früheren Bordell eine Pizzeria und Fremdenzimmer eröffnen. Nun nehmen ihre Pläne ein stilles Ende.

Das „Kakadu“ in Siegendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) war einst einer der ersten Nachtklubs des Burgenlandes. Eröffnet wurde er 1972 vom Unternehmer Josef Krispel und seiner Frau Johanna, einer Köchin, die gleich daneben auch ein Bierstüberl mit Billard-Café betrieben. Zunächst führte das Paar das Etablissement als Varieté. Später wurde das Lokal zu einer Gogo-Bar umfunktioniert.

Doch als die österreichischen Animierdamen von Frauen aus dem ehemaligen Ostblock abgelöst wurden, lief das Geschäft immer schlechter. Deshalb verpachteten die Krispels das „Kakadu“. Zuletzt wurde es als Bordell geführt und stand dann nach der Schließung, so wie das Gasthaus, viele Jahre.

Das „Kakadu“ gehörte zu den bekanntesten Nachtclubs und Bordellen des Burgenlandes.
Das „Kakadu“ gehörte zu den bekanntesten Nachtclubs und Bordellen des Burgenlandes.(Bild: Johanna Krispel)

Große Pläne
Vor fünf Jahren erwarb die bekannte Virologin und Corona-Expertin Dorothee Van Laer beide Immobilien um 300.000 Euro. Ihr Ziel war es, die Gebäude zu sanieren und darin eine Pizzeria sowie Fremdenzimmer einzurichten. „Mein Lebensgefährte hat eine Baufirma. Wir haben mit den Arbeiten schon ein wenig begonnen. Wenn alles gut geht, hoffen wir, bereits bis zum Herbst eröffnen zu können“, verkündete Van Laer Anfang 2022 in einem Interview mit der Burgenländischen Volkszeitung.

Inzwischen ist das Gebäude rundum renoviert und quasi bezugsfertig, doch der besagte Lebensgefährte längst Geschichte. Und Van Laer, die im benachbarten Wulkaprodersdorf noch eine Reitanlage besitzt, wieder zurück in ihrer deutschen Heimat. Den Pferdestall hat sie verpachtet. Doch am früheren Rotlichtlokal hat sie das Interesse verloren. Deshalb steht die Immobilie nun zum Verkauf.

Beide Gebäude erstrahlen in neuem Glanz. Wie sie künftig genutzt werden, ist noch ungewiss.
Beide Gebäude erstrahlen in neuem Glanz. Wie sie künftig genutzt werden, ist noch ungewiss.(Bild: REMAX)
Die Bar steht im Groben.
Die Bar steht im Groben.(Bild: REMAX)
Blick in die Küche.
Blick in die Küche.(Bild: REMAX)

Immobilie mit vielen Möglichkeiten
Van Laer selbst will sich auf „Krone“-Anfrage nicht zu den gescheiterten Plänen äußern. Doch der beauftragte Makler bestätigt, dass die Objekte nach wie vor zu haben sind: „Das derzeitige Konzept mit Gastronomie, Barbetrieb und zwei Wohnungen mit 81 bzw. 91 Quadratmetern gewährleistet eine hohe Rendite. Der derzeitige Fertigstellungszustand lässt aber auch eine andere Nutzung zu. So sind auch sieben Wohneinheiten oder vier Wohneinheiten und zwölf Fremdenzimmer vorstellbar. Der derzeitige Gastraum kann ebenso als Ausstellungs- oder Bürofläche genutzt werden.“

Verkauft wird das 1352 m² große Grundstück samt 649 Quadratmeter Wohnfläche übrigens um 585.000 Euro. 

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