Verkehrsberuhigung

Geplante Schulstraße steht in der Kritik

Kärnten
16.04.2026 16:03

Geplantes Projekt zur Verkehrsberuhigung im Villacher Stadtteil Maria Gail sorgt für Kritik. Denn Eltern müssen ihre Kleinen ohne Absperrung zum Kindergarten bringen können.

Die Bewohner in Maria Gail leiden seit Jahren unter dem Durchzugsverkehr. Nach Bürgerveranstaltungen wurden seitens der Stadt und eines Planungsbüros Maßnahmen erarbeitet. In der Abstimmungsstraße im Bereich des Kindergartens und der Volksschule soll eine Schulstraße umgesetzt werden.

Dabei wird an Schultagen die Straße mit Scherengitter zwischen 7.30 und 8 Uhr für Kraftfahrzeuge gesperrt. Die Zufahrt mit Fahrrädern sowie für Einsatzfahrzeuge wird weiterhin gegeben sein. Der Durchzugsverkehr wird aber „ausgesperrt“.

Derzeit ist das Projekt in Planung. Eine Umsetzung scheint aber bereits zu wackeln. Knackpunkt könnte die Zufahrt zum Kindergarten werden. Dieser muss für Eltern erreichbar sein, um ihre Kinder persönlich abzugeben, wie gesetzlich vorgeschrieben.

Für den zuständigen Stadtrat ist das kein Hinderungsgrund. „Laut aktueller Richtlinien sind Schulstraßen an kombinierten Bildungsstandorten ganz ausdrücklich möglich. Mit der vorgeschlagenen Planung sind für den Kindergarten Parkflächen in einer noch höheren Zahl, als derzeit vorhanden, möglich“, so Sascha Jabali-Adeh. Denn der bestehende Parkplatz gegenüber von Schule und Kindergarten wäre weiterhin nutzbar. Zusätzlich sollen für Eltern, die aus Richtung Tschinowitsch kommen, in der Arnold-Clementschitsch-Straße sogenannte „Elternhaltestellen“ entstehen.

Das Konzept der Schulstraße werde in mehreren österreichischen Städten erfolgreich durchgeführt. Jabali-Adeh: „Das Villacher Projekt wird sogar von einem der renommiertesten Verkehrsplanungsbüros Österreichs begleitet. Wir haben großes Vertrauen in die Expertise der Verkehrsplanung und des Planungsbüros und gehen davon aus, dass auch in Villach möglich sein wird, was bereits in zahlreichen anderen Städten bereits etabliert hat“. Noch sei man auf der Suche nach Freiwilligen, die die Absperrungen auf- und abbauen. 

Konzept nicht umsetzbar
Der Schulstraße in Maria Gail kritisch gegenüber steht VP-Stadtrat Christian Pober: „Was hier präsentiert wird, ist eine politische Bankrotterklärung. Anstatt klare, rechtssichere Lösungen zu schaffen, soll die Verantwortung einfach auf freiwillige Helfer abgeschoben werden, die Absperrungen übernehmen sollen. Das ist nicht nur unprofessionell, sondern schlichtweg unzulässig“, so Pober.

Dazu fürchtet er, dass Kindergartenkinder nicht mehr rechtzeitig in die Einrichtung gebracht werden könnten und er ortet mit der Schulstraße ein Verkehrschaos. Er fordert hier nun ein sofortiges Umdenken: „Bevor hier Maßnahmen umgesetzt werden, braucht es eine rechtlich saubere Grundlage und ein Konzept, das den Alltag der Menschen verbessert."

Die stellvertretende SP-Klubobfrau Irene Hochstetter-Lackner spricht sogar von einem großen Chaos. „Die Bevölkerung in Maria Gail gehört in den Lösunsprozess eingebunden und auch rechtliche Gutachten vorgelegt“, so Hochstetter-Lackner. 

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