Harry und Meghan rechnen erneut mit dem Königshaus ab. Während Meghan an einer australischen Universität erklärte, seit nunmehr zehn Jahren „die weltweit am meisten gemobbte Person“ zu sein, schockte Prinz Harry mit einer noch drastischeren Aussage: Er habe nie ein Royal sein wollen – denn dieses Leben habe „seine Mutter getötet“.
„Seit zehn Jahren werde ich jeden einzelnen Tag gemobbt. Ich war die am meisten getrollte Person der Welt. Und trotzdem: Ich bin noch hier.“ Mit dieser schonungslosen Aussage sprach Herzogin Meghan am Donnerstag an der Swinburne University in Australien über den massiven Hass, dem sie online ausgesetzt ist. In ihrem Gespräch mit jungen Menschen am dritten Tag ihrer Australienreise schilderte Meghan, wie sie über ein Jahrzehnt hinweg täglich „attackiert und beschimpft“ wurde – ein extremes Beispiel dafür, wie Social Media Leben beeinflussen und psychisch belasten kann.
Auch ihr Ehemann Prinz Harry betonte, dass soziale Netzwerke „zu enormer Einsamkeit“ geführt hätten und viele Menschen unter dem Druck permanenter Bewertung leiden.
Prinz Harry: „Dieses Leben hat meine Mutter getötet“
Nach Meghans Auftritt an der Universität trat Prinz Harry beim InterEdge-Gipfel im Melbourne Park auf – einer Veranstaltung, für die Gäste rund 1.000 Dollar zahlten.
Dort sprach der jüngste Sohn von König Charles ungewöhnlich offen über seine Ablehnung eines Lebens als arbeitender Royal. Er habe diese Rolle nie gewollt, sagte er, weil sie „meine Mutter getötet hat“.
Harry erinnerte daran, wie er nach Dianas Tod kurz vor seinem 13. Geburtstag empfand: „Ich dachte: Ich will diesen Job nicht. Ich will diese Rolle nicht – wohin das auch führt, ich will das nicht.“ Er wiederholte eindringlich: „Es hat meine Mutter getötet.“
Harrys Mutter Prinzessin Diana starb am 31. August 1997 bei einem tragischen Autounfall in Paris. Die damalige „Königin der Herzen“ war mit Dodi Al-Fayed unterwegs, als ihr Wagen im Alma-Tunnel mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Betonpfeiler prallte.
Zuvor waren die beiden von Paparazzi verfolgt worden, die sie bereits seit Tagen unter massiven Druck setzten. Während Dodi Al-Fayed und Fahrer Henri Paul noch an der Unfallstelle starben, erlag Diana wenige Stunden später im Krankenhaus ihren schweren inneren Verletzungen. Sie wurde nur 36 Jahre alt.
„Kopf in den Sand gesteckt“
Der Prinz schilderte zudem, er habe sich jahrelang innerlich zurückgezogen und „den Kopf in den Sand gesteckt“. Erst später habe er begonnen, seine Position neu zu bewerten – und darüber nachzudenken, wie er seine öffentliche Rolle sinnvoll nutzen könne.
Harry und Meghan mit leisem Auftritt bei Aborigine-Walk
Auch für einen Spaziergang auf den Spuren der Ureinwohner Australiens haben Harry und Meghan sich Zeit genommen.
Beim sogenannten „Scar Tree Walk“ entlang des Yarra River in Melbourne rückte die Kultur der Aborigines in den Mittelpunkt – und damit ein Thema, das eng mit der britischen Kolonialzeit verbunden ist.
Begleitet wurden die beiden vom Koorie Heritage Trust, einer von indigenen Australiern geführten Organisation, die sich für den Erhalt und die Vermittlung der Kultur der Aborigines im Bundesstaat Victoria einsetzt.
Rundgang im „Mama“-T-Shirt
Der Rundgang führte zu sogenannten „Scar Trees“ – Bäumen, deren Rinde einst von indigenen Gemeinschaften für Boote, Werkzeuge oder Schutzbehausungen genutzt wurde. Sie gelten als lebendige Zeugnisse einer über 60.000 Jahre alten Kultur.
Mit der Kolonisierung durch die Briten seit dem 18. Jahrhundert begann für die Aborigines eine Zeit der Unterdrückung. Bis heute ist das Verhältnis zwischen Indigenen und weißen Australiern schwierig.
Der Auftritt des Paares fiel dann auch bewusst zurückhaltend aus: keine große Bühne, kein dicht gedrängtes Publikum – stattdessen ein leiser Termin. Meghan gab sich dabei betont lässig und war in Jeans, Sneakers und Trenchcoat unterwegs. Dazu trug sie ein T-Shirt mit der Aufschrift „Mama“ und verwies damit auf eine Initiative zur Unterstützung junger Mütter.
Abstecher ins Koch-Fernsehen
Die abtrünnigen Royals sind seit Dienstag in Down Under und haben bereits verschiedene Termine absolviert – oft mit Hunderten Schaulustigen. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt Meghan zudem mit einem Abstecher ins Fernsehen: Sie trat überraschend als Gastjurorin in der Kochshow „MasterChef Australia“ auf – die aufgezeichnete Folge wird am Wochenende ausgestrahlt.
Weiterreise nach Sydney
In den kommenden Tagen führt die Reise der beiden weiter nach Sydney. Dort steht unter anderem ein Segeltermin im Hafen an. Zudem wird Meghan bei einem exklusiven Wellness-Event erwartet, bei dem Fotos mit ihr gebucht werden konnten.
Das Paar, das sich vor mehr als sechs Jahren vom engeren Kreis des britischen Königshauses losgesagt hat, reist auf eigene Faust durch den fünften Kontinent. Im Auftrag der Krone waren die beiden zuletzt 2018 in Australien unterwegs. Ihre beiden Kinder Prinz Archie (6) und Prinzessin Lilibet (4) sind Berichten zufolge im US-Bundesstaat Kalifornien geblieben, wo die Familie lebt.
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