Schon in vielen Orten

Immer mehr Haushaltsmüll kommt in Tirol auf Waage

Tirol
01.06.2026 07:46

Es ist eine Besonderheit in Österreich: Immer mehr Tiroler Bürgerinnen und Bürger zahlen pro Kilo Restmüll. Dieser Schritt trägt vor allem zur Abfallvermeidung und zu einer besseren Trennmoral bei.

Wie viel Kilogramm Restmüll produziert ein Haushalt im Jahr? In Tirol kann diese Frage in vielen Gemeinden für jede Familie genau beantwortet werden. „Zwei Drittel der Kommunen haben bereits auf die Verwiegung des Restmülls umgestellt“, erläutert Alfred Egger, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH (ATM).

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Wir haben keine Müllverbrennungsanlage, müssen daher jede Tonne teuer außerhalb Tirols entsorgen.

Alfred Egger, GF Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH (ATM)

Das System ist eine Besonderheit in Österreich. Geboren aus der Not. „Wir haben keine Müllverbrennungsanlage, müssen jede Tonne teuer außerhalb Tirols entsorgen. Andere Bundesländer können aus dem Müll Energie gewinnen, wir haben diese Möglichkeit nicht“, erklärt Egger. So sei vor rund 20 Jahren das neue System entwickelt worden. Die Umstellung ist immer noch nicht abgeschlossen. Aber es wird!

Im Wipptal zeigt sich, was die Umstellung bringt
Eine der letzten großflächigen Anpassungen ist im Wipptal passiert. Dort zeigt sich, wie die Maßnahme wirkt. „Durch die Umstellung hat sich der Restmüllanteil um ein Viertel reduziert und mehr Wertstoffe landen beim Recycling“, beschreibt Egger die positiven Effekte, wenn jeder Haushalt pro Kilo Restmüll seine Gebühren zahlt.

Die Maßnahme führt zu weniger Restmüll.
Die Maßnahme führt zu weniger Restmüll.(Bild: stock.adobe.com null)

Technisch ist das Verwiegen keine Hexerei mehr. „Das passiert beim Verladen des Hausmülls auf das Müllauto“, erklärt Egger kurz und knapp. Wie viel eine Kommune pro Kilo verrechnet, hänge von mehreren Faktoren ab. Die reine Müllgebühr liege im Durchschnitt bei 40 bis 45 Cent.

In Mehrparteienhäusern ist Kreativität gefragt
Knifflig wird es allerdings bei Mehrparteienhäusern. Dort müssen theoretisch alle blechen, wenn einer Müllberge produziert. „Mittlerweile gibt es aber Chip-Lösungen, um jeden Haushalt extra zu erfassen oder Gemeinden stellen auf Haushaltstonnen um“, zeigt Egger Auswege auf. Für eine große Kommune wie Innsbruck seien diese Lösungen aber noch nicht praktikabel, begründet der ATM-Chef, warum die Landeshauptstadt derzeit nicht verwiegt.

Aber die Technik entwickelt sich rasant weiter. Digitale Lösungen sind auch in der Abfallentsorgung die Zukunft. Dazu kann Egger eine Neuerung berichten: „Wir werden in diesem Sommer eine App vorstellen, mit der jeder Haushalt ganz genau verfolgen kann, wie viel Müll er produziert – und was damit passiert.“

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