„Situation ernst“
Kriegsverbrecher Ratko Mladic erlitt Schlaganfall
Der wegen Völkermords und Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilte frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic hat nach Angaben seiner Familie einen Schlaganfall erlitten. Sohn Darko sagte dem Fernsehsender RTRS am Mittwoch, er sei von einer Ärztin über den Vorfall unterrichtet worden.
Demnach sei der 83-Jährige, der im niederländischen Den Haag inhaftiert ist, in ein Krankenhaus gebracht und nach Scans und weiteren Untersuchungen zurück ins Gefängnis gebracht worden. Er habe nach Angaben der Ärztin vermutlich einen leichten Schlaganfall erlitten.
Die Gesundheit seines Vaters verschlechtere sich täglich, sagte Darko Mladic weiter. „Die Situation ist sehr ernst.“ Die Familie hoffe, dass Mladic in Serbien behandelt werden könne.
Verantwortung für das Massaker von Srebrenica
Mladic war 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien festgenommen worden. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) in Den Haag verurteilte ihn wegen seiner Verantwortung für das Massaker von Srebrenica sowie weiterer Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg zu lebenslanger Haft.
2021 bestätigte das Nachfolgegericht seine Verurteilung wegen Völkermords, Kriegsverbrechens und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Trotz seiner Verurteilung wird Mladic von manchen Serben bis heute als Held verehrt. Seine Anwälte versuchten in den vergangenen Jahren mehrfach, eine vorzeitige Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen zu erreichen.
In der bosnischen Stadt Srebrenica hatten serbische Einheiten im Sommer 1995 rund 8.000 muslimische Männer und Burschen ermordet. Das Massaker gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.










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