Mo, 17. Dezember 2018

Hatte Fluchthilfe

15.11.2017 16:03

Serbien: Mladic tauchte jahrelang in Kaserne unter

Der wegen Völkermordes angeklagte frühere bosnisch-serbische Militärchef Ratko Mladic hat sich vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal jahrelang in einer Belgrader Militärkaserne versteckt. Das berichtete die serbische Tageszeitung "Danas" am Mittwoch unter Berufung auf einen Staatsanwalt in einem Prozess, der in Belgrad gegen Mladics Helfer geführt worden war.

Demnach hatte sich Mladic, gegen den das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien im Jahr 1995 Anklage erhoben hatte, zwischen November 2000 und Juli 2003 in der Militärkaserne Topcider aufgehalten.

Für Mladic klickten erst 2011 die Handschellen
Die serbischen Behörden hatten in jener Zeit, aber auch danach wiederholt bestritten, dem einstigen bosnisch-serbischen Militärchef bei seiner mehrjährigen Flucht Hilfe geleistet zu haben. Mladic wurde schließlich nach 16-jähriger Flucht 2011 in der nordserbischen Provinz Vojvodina festgenommen, wo er sich im Haus eines Verwandten versteckt gehalten hatte.

Das im August verkündete Urteil gegen die damaligen Helfer von Mladic wurde kürzlich zum Staatsgeheimnis erklärt. Die Veröffentlichung könnte dem internationalen Ansehen Serbiens Schaden zufügen, erläuterte die Staatsanwaltschaft, ohne Gründe anzugeben.

Mladic-Urteil wird für 22. November erwartet
Das Urteil des UNO-Tribunals zum Fall Mladic wird für den 22. November erwartet. Mladic hatte sich unter anderem wegen Völkermordes in Srebrenica zu verteidigen, wo bosnisch-serbische Truppen im Juli 1995 rund 8000 bosniakische Männer ermordet hatten. Die Anklage hatte lebenslang für Mladic gefordert.

40 Jahre Haft für Karadzic
Während Mladic noch auf sein Urteil wartet, ist Radovan Karadzic in seinem Völkermord-Prozess bereits im Frühjahr 2016 schuldig gesprochen worden. Der ehemalige Führer der bosnischen Serben wurde in Den Haag zu 40 Jahren Haft verurteilt.

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