Bernd Wiesberger hat seinen zehnten Titel auf der DP World Tour knapp verpasst. Der Burgenländer spielte am Sonntag im Finale der Austrian Alpine Open in Kitzbühel eine 66er-Runde und kam mit 15 unter Par sowie drei Schlägen Rückstand auf den vierten Rang. Den Sieg sowie 400.000 Euro Preisgeld sicherte sich der Japaner Kota Kaneko. Maximilian Steinlechner schob sich mit einem starken Finish noch auf Rang sieben vor, Sepp Straka wurde bei seinem Österreich-Comeback Zwölfter.
„Es war eine großartige Woche. Natürlich waren die Erwartungen relativ hoch. Vor allem am Wochenende habe ich gezeigt, was möglich war. Es hat knapp nicht gereicht, aber in Summe war es ein super Turnier. Wir haben einen super Support gehabt – vom ersten Tee bis zum 18. Loch. Ich bin sehr, sehr stolz auf eine gute Leistung“, sagte Wiesberger, der als bester Österreicher eine kleine „Gams“ erhielt und Premieren-Toursieger Kaneko eine Sektdusche verpassen durfte. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich gewinnen würde. Ich bin sehr überrascht“, gab der Japaner zu Protokoll.
Wiesberger vom Wetter ausgebremst
Wiesberger hatte von Rang fünf aus den Schlusstag in Angriff genommen und legte gut los. Auf den ersten neun Bahnen gelangen vier Birdies, womit der 40-Jährige zwischenzeitlich in Führung lag. Auf den „back nine“ verlor die Aufholjagd an Schwung, der Routinier verzeichnete nur mehr einen Schlaggewinn, bis kurz vor Schluss Regen und Gewittergefahr für eine Zwangspause sorgten. Danach unterlief dem ÖGV-Ass noch ein Bogey.
„Es hat dann nicht mehr sein wollen. Gerade zu Hause ist es halt schade, dass es um zwei, drei Schläge nicht reicht. Aber in Summe ist mein Spiel dort, wo ich mir das vorstelle“, meinte Wiesberger, der mit dem geteilten vierten Platz sein zweitbestes Saisonergebnis schaffte und dafür 100.000 Euro einstrich.
Steinlechner stark im Flight mit Straka
Straka und Steinlechner starteten kurz nach 7 Uhr in einem Flight. Steinlechner spielte sich richtig in Fahrt und ließ bis zum elften Loch sechs Birdies steigen. Der Tiroler lag dadurch im Zwischenklassement mit Wiesberger an der Spitze. Von dort ging es schließlich wegen eines Bogeys am Schlussloch noch sechs Positionen zurück, am Ende stand eine 65er-Runde bzw. gesamt 14 unter Par zu Buche. „Natürlich wünscht man sich eine geile Runde am Sonntag. Ich war auch sehr nah dran, das Bogey am letzten Loch macht halt keinen Spaß. Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden.“
Für den 26-Jährigen ist es dennoch das beste Tour-Ergebnis seiner Karriere. „Das wird mich sicher ein bisschen nach vorne bringen. Ich meine, ich bin ja jetzt noch eher hinten angesiedelt, aber die Saison ist ja noch lang. Jetzt habe ich ein bissl einen Schwung gekriegt. Es geht schon in die richtige Richtung. Und spielerisch ist ja im Grunde alles da.“
Zufriedener Straka will wiederkommen
Straka konnte am Sonntag nicht ganz mit seinen Landsleuten mithalten. Der 33-Jährige kam auf fünf Birdies bei zwei Bogeys. Die daraus resultierende 67 ergab im Endklassement 12 unter Par bzw. einen Top-15-Platz. „Ich habe ganz gut gespielt. Es war ein bisschen unterschiedlich auf den Grüns, aber sonst war es eigentlich ein ziemlich gutes Turnier. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung“, meinte Straka, der auf die PGA-Tour zurückkehrt.
Der Weltranglisten-18. lobte noch einmal das Event, die Atmosphäre hätte sich angefühlt wie bei einem Grand-Slam-Turnier. „Ich glaube, dass ich noch nie in einem Major vor so vielen Menschen gespielt habe. Von den Nerven her hat es sich wahrscheinlich auch so angefühlt.“ Daher möchte Österreichs Nummer 1 im kommenden Jahr bei der Austrian Alpine Open – dann in Henndorf am Wallersee – wieder abschlagen. „Ich würde schon sehr gern jedes Jahr spielen. Das ist auf jeden Fall mein Plan“, erklärte Straka. Dafür ist er allerdings auf eine entsprechende Turnierkoordination zwischen PGA und DP World Tour angewiesen.
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