„Schwarz“ kassiert

Kellner sollen Bäcker in Konkurs getrieben haben

Burgenland
16.04.2026 05:00

Prozess in Eisenstadt: Das Servicepersonal soll bei den Rechnungen getrickst und weit mehr als 100.000 Euro abgezweigt haben. Nur eine Angeklagte gibt’s zu. Filialen in Neudörfl und Mattersburg mussten geschlossen werden. Das Traditionsunternehmen beschränkt sich nun auf den Standort Bad Sauerbrunn.

Im Gänsemarsch watscheln die Angeklagten – ein Mann, sechs Frauen – in den Schwurgerichtssaal am Landesgericht Eisenstadt. Das schwarze Schaf, nicht zuletzt wegen der Kleidung, geht ganz hinten. Die 36-Jährige wird die einzige sein, die den Tatbestand der Veruntreuung zugibt und die ehemaligen Kollegen im Zeugenstand schwer belastet. Für diese gilt die Unschuldsvermutung.

„Umsatzrückgänge“ als Grund für Insolvenz
In Summe soll dem Arbeitgeber in den Jahren 2024 und 2025 ein Schaden zwischen 7000 und 24.000 Euro pro Angeklagtem entstanden sein. Das Traditionsunternehmen, gegründet 1933, musste Ende 2025 Insolvenz anmelden. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf 300.000 Euro.

Nach dem Sanierungsverfahren kann nur die Filiale in Bad Sauerbrunn weitergeführt werden. Als Gründe für die wirtschaftlichen Probleme nannte der Bäcker und Konditor neben erhöhten Energiekosten vor allem „Umsatzrückgänge“. Die 36-jährige Kellnerin offenbart beim Prozess, dass das Servicepersonal daran nicht ganz unbeteiligt gewesen sein soll.

Zitat Icon

Fünf bis zehn Prozent des täglichen Umsatzes verbuchen wir nicht. Das ist für uns das Benzingeld.

Laut Angeklagter die Anweisung eines anderen Angeklagten

„Das ist für uns das Benzingeld“ 
Bereits bei der Einschulung in den Order-Man - das ist eine Art Handy, mit dem die Bestellung elektronisch erfasst und in die Küche weitergeleitet wird - habe der Filialleiter gesagt: „Fünf bis zehn Prozent des täglichen Umsatzes verbuchen wir nicht. Das ist für uns das Benzingeld.“ Heißt: Nachdem die Gäste konsumiert haben, wird deren Bestellung vom Kellner auf dem Order-Man storniert. Der zu zahlende Betrag – es gibt dann keine ausgedruckte Rechnung – wird dem Gast mündlich mitgeteilt. Das Geld wandert am Chef vorbei in die eigene Tasche, als nettes Zubrot. „Ich weiß, dass das alle gemacht haben. Das war ganz normal.“

Filialleiter: „Immer alles korrekt abgelaufen“
Alle schütteln ungläubig die Köpfe. Man kann förmlich die Gedanken drin lesen: Was bitteschön hat die davon? Warum schwärzt sie uns an? Der Filialleiter ergreift stellvertretend für alle das Wort: „Es ist immer alles korrekt abgelaufen.“

Dass der Mann als Erster gekündigt wurde, versteht er bis heute nicht. „Er hat nie einen Grund genannt.“ Möglich, dass der Chef irgendwann stutzig wurde: Ich steche 100 Linzeraugen aus. Am Abend sind 100 weg. Verkauft habe ich 40. Hmm!

Es wird vertagt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

3° / 12°
Symbol leichter Regen
1° / 10°
Symbol bedeckt
0° / 11°
Symbol leichter Regen
1° / 11°
Symbol leichter Regen
1° / 10°
Symbol bedeckt

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung