40 Jahre war der Steirer Bernhard P. Berufsschweißer, atmete tagtäglich giftige Dämpfe ein. Die Folge war eine schwere Lungenerkrankung, die von der Versicherung aber nicht als Berufskrankheit anerkannt wurde! Ihm half nur der Gang vor Gericht …
Mehr als 40 Jahre war der Steirer Bernhard P. auf der ganzen Welt als Berufsschweißer unterwegs und bildete auch Lehrlinge aus. Der Nachteil an dieser Profession: „Ich war ständig giftigen Chemikalien ausgesetzt, oft konnte ich mich nicht dagegen ausreichend schützen“, erzählt der 68-Jährige der „Krone“.
Wie so viele andere Kollegen erkrankte er an der heimtückischen Lungenkrankheit COPD samt Lungenemphysem. Schon nach kurzen Belastungen leidet Bernhard P. an Atemproblemen. „Ich war bei zehn Ärzten und alle sagten, dass das eine Berufskrankheit sei und ich nicht mehr arbeiten könne.“ Doch sein Antrag auf Versehrtenrente wurde von der SVS, der Sozialversicherung der Selbstständigen, abgelehnt.
Die Krankheit meines Mandanten wurde auf das Rauchen reduziert. Tatsächlich war es aber die jahrzehntelange Arbeit als Schweißer, die seine Lunge geschädigt hat
Marc Simbürger, Anwalt
Mit seinem Anwalt Marc Simbürger ging er vors Arbeits- und Sozialgericht in Leoben – und zog auch dort den Kürzeren. Das lungenfachärztliche Gutachten ging von keiner Berufserkrankung aus, das Rauchen wäre schuld. Obwohl er nur gelegentlich geraucht habe.
Nach mehr als drei Jahren vor Gericht erfolgreich
Bernhard P. berief, und das Oberlandesgericht Graz wies an: Das Urteil muss aufgehoben, und es muss neu verhandelt werden. Das geschah auch. Drei Jahre und elf Monate nach P.s Antrag stellte sich im Zuge der Verhandlung schließlich heraus, dass der Betroffene genügend Versicherungsmonate bei der Unfallversicherung beisammen hat. Er unterzog sich einer erneuten Untersuchung – und bald stand fest, dass die AUVA seine Versehrtenrente übernehmen wird, von der SVS erhält der Mann 30 Prozent Pension. Auch rückwirkend wird ihm das nun Geld ausbezahlt.
Bernhard P. ist erleichtert: „Ohne meinen Anwalt hätte ich keine Chance gehabt. Ich kann nur jedem raten, für sein Recht zu kämpfen!“
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