Ein dreiköpfiges Tierärzteteam in Teesdorf (NÖ) kämpfte zwei Stunden um das Leben eines daumengroßen Igel-Babys, das unter einen Mähroboter kam. Ob es überlebt, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.
Ein schwer verletztes Igel-Baby hat am Mittwoch ein ganzes Notfall-Team im Tiermedizinischen Zentrum in Teesdorf (TZM), Bezirk Baden, gefordert. Das nur daumengroße Tier wurde in einem Garten gefunden.
„Der kleine Igel war maximal so groß wie ein Daumen“, erzählt TZM-Tierarzt Marcus Serringer-Schnabl. Die Verletzungen im Schädelbereich waren so schwer, dass sofort eine Notoperation eingeleitet werden musste.
Herausfordernde Operation, denn Narkose war nicht möglich
Und diese stellte die Tierärzte vor außergewöhnliche Herausforderungen. „Man kann sich das wie eine Augenoperation vorstellen“, erklärt Serringer-Schnabl. Mit Lupenbrillen, feinsten Nadeln und hauchdünnen Fäden wurde die verletzte Nase des Winzlings rekonstruiert. Kiefer und Augen blieben bei dem Unfall glücklicherweise unversehrt.
Besonders schwierig war die Narkose. Einen Zugang zu legen oder die Vitalwerte zu überwachen, wie bei größeren Tieren üblich, ist bei einem so kleinen Patienten kaum möglich. Stattdessen wurde der Igel immer wieder in eine Inhalationsbox gelegt und mit Narkosegas in einen kurzen Schlaf versetzt. „Dann konnten wir zwei bis drei Minuten operieren, bevor er wieder zurück in die Box musste“, schildert der Tierarzt.
Eine OP dieser Art wäre bei einem größeren Tier normalerweise in 20 bis 30 Minuten erledigt gewesen, bei dem Mini-Igel dauerte sie jedoch zwei Stunden.
Tierarzt Marcus Serringer-Schnabl
Appell an alle Gartenbesitzer: Keine Mähroboter in der Nacht
„Ob er es schafft, werden die nächsten Tage zeigen“, so Serringer-Schnabl. Aber eines ist gewiss: „Es wird ihm eine schiefe Nase bleiben“, meint der Tierarzt.
Die weitere Pflege übernimmt nun Tierschutz Austria. „Die Verletzungen im Schädelbereich entsprechen jenen Verletzungsmustern, die nach Zusammenstößen mit Mährobotern beobachtet werden“, so der Tierarzt. Deshalb einmal mehr ein eindringlicher Appell: „Bitte lassen Sie Mähroboter nur unter Tags fahren, denn Igel sind nachtaktive Tiere.“
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