Ein bisschen ist das mit dem ORF schon so wie mit der alten Sowjetunion und ihrem Zentralkomitee: Die Produktionsmittel waren vergemeinschaftet und gehörten allen. Daher hatte plötzlich eine Parteielite das Gefühl, dass alles ihr Eigentum ist. „Glasnost“ machte das noch offensichtlicher.
Der ORF gehört eigentlich auch allen. Wir müssen für ihn deswegen Gebühren zahlen, dürfen aber nicht mitreden. Das macht ein Stiftungsrat, der sich, wie wir sehen, ganz ungeniert politisches Lobbying auf die Visitenkarte geschrieben hat.
Unabhängigkeit?
Innerhalb des ORF herrschen wiederum Zustände, die die Interims-Generalintendantin Ingrid Thurnher mit „höchster Integrität“, die für den ORF gelten sollte, zu konterkarieren versucht. Der von ihr dabei indirekt aufgezeigte Intriganten-Stadl um Millionen-Pensionen, Unterdrückung und Chat-Protokolle entspricht einer Einstellung innerhalb dieses Öffentlich-Rechtlichen, die stark an einen Selbstbedienungsladen erinnert.
Keine Aktiengesellschaft könnte so etwas überleben. Die Aktionäre würden, wie uns ein Leser schreibt, ein solches Unternehmen an der Börse beinhart abstrafen. Es gibt für diese Gesellschaften eben strenge Kontrollmechanismen und „Governancevorschriften“, die das aufdecken. Im Rahmen der „Stimme Österreichs“, bei der die „Krone“ aufruft, uns Vorschläge für eine echte ORF-Reform zuzusenden, kommt deswegen immer wieder die ORF-AG ins Spiel.
Eine solche AG hätte den Vorteil, dass endlich auch das Thema öffentlich-rechtlicher Auftrag und Gebührenfinanzierung ins richtige Verhältnis gesetzt werden würde.
Aurelius
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