Nach Sturm und Hagel

Die nächste Gewitterfront ist schon unterwegs

Österreich
31.05.2026 11:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach den heftigen Unwettern vom Samstag ist die Lage in vielen Teilen Österreichs zwar vorerst unter Kontrolle, doch Entwarnung gibt es keine. Bereits am Sonntagvormittag galten in ganz Österreich Vorwarnungen vor Gewittern und Hagel. Meteorologen warnen erneut vor lokalen Unwettern mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen.

Besonders Oberösterreich wurde am Samstagabend von einer massiven Gewitterfront getroffen. Rund 5000 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Landesweit mussten die Florianis zu etwa 400 Einsätzen ausrücken. In rund 90 Prozent der Fälle waren umgestürzte Bäume der Grund für die Alarmierungen. Zudem mussten mehrere überflutete Keller ausgepumpt werden.

Zahlreiche Haushalte ohne Strom
Die Gewitterfront zog zwischen 17 und 20 Uhr mit voller Wucht über das Bundesland. Besonders betroffen waren die Bezirke Ried, Wels-Land, Kirchdorf und Grieskirchen. Zahlreiche Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Auch am Sonntagmorgen kämpften einige Gemeinden noch mit Ausfällen. Größere Schäden oder Verletzte wurden vorerst nicht gemeldet.

Auch in der Steiermark hinterließ das Unwetter deutliche Spuren. In Knittelfeld deckte der Sturm Teile von Dächern ab. Im Murtal blockierten entwurzelte Bäume mehrere Straßen. In Mooskirchen wurde sogar eine Stromleitung durch einen umgestürzten Baum beschädigt. Die Aufräumarbeiten konnten erst in den Nachtstunden abgeschlossen werden.

Mehrere Bäume wurden von den Unwettern entwurzelt – sie blockierten die Straßen.
Mehrere Bäume wurden von den Unwettern entwurzelt – sie blockierten die Straßen.(Bild: APA/THOMAS ZEILER)
(Bild: APA/THOMAS ZEILER)

Kuriose Szenen spielten sich in Niederösterreich ab: Im Raum Amstetten wurden die Feuerwehren zu insgesamt 15 Einsätzen gerufen. Mitglieder der Feuerwehren Preinsbach und Viehdorf mussten sogar die Hochzeit eines Kameraden verlassen, um einen umgestürzten Baum von einer Straße zu räumen.

Kajakfahrer übersah Sturmwarnung
Für dramatische Momente sorgte das Unwetter auch am Wolfgangsee. Zwei Kajakfahrer hatten die Sturmwarnung übersehen und wurden von der aufziehenden Gewitterfront überrascht. Sie schafften es nicht mehr rechtzeitig ans Ufer und mussten von der Wasserrettung St. Gilgen mit einem Boot geborgen werden. Die beiden Wassersportler kamen zwar durchnässt, aber unverletzt davon.

Neue Unwettergefahr am Sonntag
Und bereits heute drohen laut Meteorologe Nikolas Zimmermann die nächsten Unwetter. Schon am Vormittag ziehen im Norden Österreichs dichte Wolken durch, während im östlichen Bergland erste Schauer niedergehen. Noch zeigt sich vielerorts die Sonne, doch ab Mittag nimmt die Gewittergefahr deutlich zu.

Besonders im südlichen und östlichen Berg- und Hügelland können sich kräftige Gewitter entwickeln. Lokal drohen Hagel, Starkregen und Sturmböen. Gegen Abend steigt die Unwettergefahr auch entlang der Alpennordseite deutlich an. Dazu wird es mit 26 bis 30 Grad sommerlich heiß – ein zusätzlicher Treibstoff für die Gewitterentwicklung.

Auch Montag bleibt es unbeständig
Zu Wochenbeginn setzt sich das wechselhafte Wetter fort. Der Montag startet an der Alpennordseite und im Osten mit schauerartigem Regen und einzelnen Gewittern. Während sich das Wetter im Westen und Norden im Tagesverlauf langsam beruhigt, bleibt die Lage im Osten weiterhin angespannt.

Österreich
Wetterdaten:

Im Süden und Südosten Österreichs entstehen nach einem häufig sonnigen Vormittag neuerlich kräftige Gewitterzellen. Am längsten freundlich bleibt es von Osttirol bis ins Obere Murtal. Mit Höchstwerten zwischen 19 und 25 Grad wird es insgesamt etwas kühler.

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