Wahllos geschossen
Blutige Szenen an Schule: Neun Tote in der Türkei
Ein normaler Schultag endet in Entsetzen: An der Ayser-Çalık-Mittelschule in der südtürkischen Stadt Kahramanmaraş sind bei einem bewaffneten Angriff neun Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden.
Der Schüler habe am Mittwochmorgen mehrere Schusswaffen im Rucksack mitgenommen und in zwei Klassenzimmern wahllos um sich geschossen, sagte Provinzgouverneur Mükerrem Unlüer. Es werde davon ausgegangen, dass die Waffen dem Vater des Täters gehörten, einem ehemaligen Schützen.
Nach aktuellen Meldungen wurden unmittelbar nach den Schüssen zahlreiche Rettungskräfte und Sicherheitseinheiten zur Schule entsandt. Bei den Todesopfern handelt es sich um drei Schüler und einen Lehrer, der Täter soll ein Schüler sein. Auch der Schütze, ein 13 oder 14 Jahre alter Bursche, sei tot.
Zeugen sprachen gegenüber örtlichen Medien von zahlreichen Schüssen. Von der Nachrichtenagentur IHA verbreitete Aufnahmen zeigten, wie Menschen in Krankenwagen weggebracht wurden. Bei der Schule waren Angehörige zu sehen.
Minister reist nach Vorfall in die Region
Die Lage vor Ort wurde rasch abgesichert, während Verletzte in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden. Der Gouverneur bestätigte die Zahl der Todesopfer sowie der Verletzten.
Auch auf höchster Regierungsebene wurde reagiert: Gesundheitsminister Kemal Memişoğlu, Bildungsminister Yusuf Tekin sowie Innenminister Mustafa Çiftçi reisten nach dem Vorfall in die Region.
Es handelte sich um den zweiten Anschlag dieser Art innerhalb von zwei Tagen. Erst am Dienstag hatte ein junger Mann an seiner ehemaligen Schule in der südöstlichen Provinz Sanliurfa mit einer Schusswaffe 16 Menschen verletzt und anschließend Suizid begangen. Bei den Verletzten handelte es sich nach Angaben des Innenministerium um zehn Schüler, vier Lehrer, einen Polizisten und einen Kantinenmitarbeiter.
Ein derartiger Schusswaffenangriff kam in der Türkei vor drei Jahren vor. Im Mai 2023 hatte ein verwiesener Schüler an seiner früheren Schule den 74-jährigen Direktor erschossen. Nach seiner Flucht wurde der Angreifer festgenommen. Die Gewalttat löste landesweit Diskussionen aus. Tausende Lehrer demonstrierten in Istanbul für bessere Sicherheitsvorkehrungen an Schulen.
Nach letztem Angriff Waffendiskussion
In der Türkei gelten strenge Waffengesetze. Der Besitz einer Schusswaffe erfordert eine Registrierung und einen Waffenschein inklusive einem Nachweis der psychologischen Eignung sowie eine Überprüfung auf mögliche Vorstrafen.
Auf illegalen Waffenbesitz stehen strenge Strafen. Laut den Schätzungen einer türkischen Stiftung sind in der Türkei allerdings dennoch zahlreiche Schusswaffen im Umlauf, die meisten davon illegal.









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