Notstandsreserve etc.

Krisenkoordinator: Haben genug Öl und Treibstoffe

Wirtschaft
14.04.2026 15:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Österreich gebe es aktuell keine Mangellage bei Öl oder Treibstoffen, sagte Krisenkoordinator Peter Vorhofer. Weder Benzin, Diesel noch Kerosin seien knapp. Laut Vorhofer können bei Kerosin 95 Prozent im Inland hergestellt werden, bei Benzin gar 100 Prozent.

Bei Diesel seien es nur 56 Prozent. Hier müsse man aber bedenken, dass es auch Lieferverträge ins Ausland gebe, sagte Regierungsberater Vorhofer. Auch eine Notstandsreserve für drei Monate sei vorhanden. „Diese ist voll aufgefüllt und kann eingesetzt werden.“ Die Unterbrechung der Transalpinen Ölpipeline (TAL), über die die OMV-Raffinerie in Schwechat (Niederösterreich) das Rohöl bezieht, für drei Tage habe keine gröberen Auswirkungen gehabt. Bei einer längeren Unterbrechung könne aber nicht ausgeschlossen werden, „dass Folgewirkungen eintreten und gelöst werden müssen“, wandte Vorhofer ein.

Österreich bezieht laut ihm den Hauptteil des Öls aus Kasachstan, diese Versorgung nach Triest sei „sichergestellt“. Die Bundesregierung hat aufgrund des Iran-Kriegs ein Koordinationsgremium eingerichtet, in dem Vertreterinnen und Vertreter aller Bundesministerien, des Landeshauptleute-Vorsitzlands Tirol sowie des Städte- und Gemeindebunds sitzen. Diese sollen ein gesamtstaatliches Lagebild erstellen und Vorbereitungen auf potenziell krisenhafte Ereignisse treffen.

Fluglinien sorgen sich um Kerosinknappheit
Der europäische Flughafenverband ACI Europe sorgt sich unterdessen um die Kerosinversorgung. Wenn der Transit durch die Straße von Hormuz nicht innerhalb der nächsten drei Wochen „in nennenswertem und stabilem Umfang“ wieder aufgenommen werde, würde eine Knappheit von Flugtreibstoff in der EU Realität, hieß es. Es bräuchte Vorschriften zur Mindestbevorratung von Flugtreibstoff und einen gemeinsamen Einkauf auf EU-Ebene, meinte auch der Verband Airlines for Europe (A4E). Er will zudem eine vorübergehende Aussetzung des Treibhausgashandelssystems und eine Abschaffung der Luftverkehrssteuern. Beim EU-Emissionshandelssystem (ETS) müssen Fluglinien Zertifikate für den Ausstoß klimaschädlicher Gase erwerben.

Viele große Fluggesellschaften sind Mitglied des Verbands, etwa die Lufthansa, Air France oder Ryanair. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, dass es derzeit keine Hinweise auf Treibstoffknappheit gebe, aber Versorgungsprobleme könnten bald auftreten. „Wir koordinieren uns aktuell sehr, sehr eng mit unseren Mitgliedstaaten und der Industrie“, sagte sie.

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