Im SPÖ-internen Kräftemessen wagt sich niemand so richtig aus der Deckung. Hinter den Kulissen brodelt es. Klubchef Weninger startet einen „Aufruf zur Vernunft“ – wird er erhört?
Die offiziellen Wortspenden zur Causa prima der Landespolitik fallen äußerst sparsam aus. In der schwarz-blauen Landeskoalition schweigt und genießt man, während sich für den SPÖ-Landesparteitag eine Kampfabstimmung zwischen Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig und Landesparteichef Sven Hergovich anbahnt.
Kampfabstimmung unvermeidbar
Dem roten Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander ist nur soviel zu entlocken: „Aus heutiger Sicht ist nicht klar, wie viele Kandidaten am Landesparteitag für den Vorsitz antreten werden.“ Und wenig später bestätigt der Parteivorsitzende selbst: „Ich stelle unmissverständlich klar, dass ich beim Parteitag kandidieren werde.“ Ein wenig gesprächiger ist nur Hannes Weninger. Der SPÖ-Klubobmann im Landtag gibt in der parteiinternen Auseinandersetzung die Stimme der Vernunft: „Alle Beteiligten müssen an einen Tisch und die angespannte Situation noch vor dem Parteivorstand am kommenden Montag klären.“ Denn egal, wie eine Kampfabstimmung ausgehen würde, für Weninger steht fest: „Verlierer wäre auf alle Fälle die Partei.“
„Racheakt von Babler“
So wortkarg sich die Hauptdarsteller geben, so sehr rumort es hinter den Kulissen. Herausforderin Königsberger-Ludwig wird vorgeworfen, für den Bundesparteivorsitzenden in einen Stellvertreterkrieg zu ziehen. Ihre Gegenkandidatur zu Sven Hergovich sei „ein Racheakt von Andreas Babler“. Zudem soll die ehemalige Landesrätin bereits „fleißig Posten verteilen“ – es würden schon „mehrere Namen als Klubobmann und Geschäftsführer“ ventiliert.
„Jahrtausend-Chance vertan“
Dem Amtsinhaber Hergovich wird indes zur Last gelegt, er habe bei den geplatzten Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl „eine Jahrtausend-Chance vertan“. Mit einem besseren Verhältnis zur ÖVP ließen sich mehr sozialdemokratische Ideen im Land umsetzen, sind nicht alle in der SPÖ von Hergovichs „Konfrontationskurs“ überzeugt. Und auch einen „Schlingerkurs“ der SPÖ um den Gesundheitsplan legen interne Kritiker dem Parteichef zur Last: „Im Landtag dafür zu stimmen, in den Regionen aber dagegen zu sein, kommt nicht gut an“, grummeln Gegner hinter vorgehaltener Hand.
Lösung nur mit Gesichtsverlust
Die Lage in der SPÖ ist knapp eineinhalb Monate vor dem Landesparteitag jedenfalls verzwickt. Denn um eine Kampfabstimmung am Parteitag zu verhindern, müsste eine der beiden Seiten zurückziehen – und damit das Gesicht verlieren.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.