SPÖ-Chef Andreas Babler streut gegenüber der „Krone“ seiner Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig Rosen und gibt damit offiziell den Ring für die Kampfabstimmung um die Parteivorsitze in Niederösterreich frei. Amtsinhaber Sven Hergovich gibt sich kampfbereit.
„Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig ist eine erfahrene, integre und höchst engagierte Politikerin. Ich halte viel von ihr und habe sie daher auch in mein Regierungsteam geholt“, mit diesen Worten gibt Babler unmissverständlich zu verstehen, welchen der beiden Kandidaten um den Parteivorsitz er favorisiert. Dass er die 60-Jährige ausgeschickt hat, um seinen Widersacher Hergovich kaltzustellen, bestreitet Babler wenig überraschend.
Königsberger-Ludwig habe ihn darüber informiert, dass sie für den SPÖ-Landesparteivorsitz kandidieren werden. „Ich denke, es ist nachvollziehbar, dass ich dafür bin, solche Diskussionen intern und nicht öffentlich zu führen“, so Babler in Anspielung darauf, dass er selbst Leidtragender einer wochenlangen Personaldebatte, die vom Hergovich-Lager betrieben wurde, war.
Amtsinhaber Hergovich will kandidieren
Hergovich selbst meldete sich vorerst nur schriftlich zu Wort mit der originellen Bemerkung: „Die medialen Debatten schaden nur der SPÖ.“ Er wolle sich an dieser Diskussion „ganz bewusst nicht beteiligen“ und werde stattdessen das persönliche Gespräch in den Gremien suchen. „Ich möchte aber jedenfalls unmissverständlich klarstellen, dass ich beim Parteitag kandidieren werde“, gibt sich der Landesrat kämpferisch.
Aus heutiger Sicht sei noch nicht klar, wie viele Kandidaten am Landesparteitag für den Vorsitz antreten werden, teilte Wolfgang Zwander, Landesgeschäftsführer der SPÖ Niederösterreich, am Montag mit. „Fest steht aber: Sven Hergovich wird sich der Wiederwahl stellen.“ Anträge und Bewerbungen sind der Kommission laut Statuten mindestens 21 Tage vor dem Urnengang mitzuteilen. „Als Wahlvorschläge gelten neben den Vorschlägen von Wahlkommissionen Anträge von delegierungsberechtigten Organisationen, Anträge von Delegierten sowie Bewerbungen von Parteimitgliedern im Sinne der Mitgliederrechte“, ist dort festgehalten.
Wenig Freude über Kampfabstimmung
Parteiintern scheint sich die Freude über eine Kampfabstimmung und damit eine Spaltung der Landespartei in Grenzen zu halten. Königsberger-Ludwig begründet ihr Antreten damit, dass die Situation in der Landespartei zur Zeit „sehr schwierig ist und von vielen, aus unterschiedlichsten Gründen, als sehr angespannt erlebt wird“. Klubobmann Hannes Weninger appelliert „an allen Beteiligten, sofort an einen Tisch zu kommen, um personelle und inhaltliche Fragen zu klären und um rasch wieder als Team agieren zu können.“
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