Am Küniglberg herrscht wieder einmal Aufregung um den umstrittenen Stiftungsrat. Wie die „Krone“ erfahren hat, haben ORF-Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer und sein Vize Gregor Schütze eine Beschwerde der Ärztekammer über die Berichterstattung an den inzwischen abgetretenen ORF-General Roland Weißmann weitergeleitet. Das Brisante daran: Beide arbeiten für die Ärztekammer als Berater.
Die „Krone“ hat schon mehrmals über die fragwürdigen Verschränkungen zwischen den Geschäften der Stiftungsräte und deren Funktion im Aufsichtsgremium des Öffentlich-Rechtlichen berichtet. Dass der SPÖ-nahe Lederer und der ÖVP-nahe Schütze beide als Berater für die Ärztekammer tätig sind, war in der „Krone“ ebenfalls schon zu lesen. Vor Ausbruch der Weißmann-Affäre war das allerdings weder der breiten Öffentlichkeit noch im ORF bekannt.
Empörung in der Redaktion des ORF
Nun wurde bei einer internen ORF-Sitzung am Donnerstag ein E-Mail vorgelesen, aus dem hervorgeht, dass sich die Ärztekammer vor rund einem Jahr bei Lederer und Schütze über einen Radio-Beitrag über Primärversorgungszentren beschwert hatte, weil die Kammer darin nicht gut weggekommen sei. Die beiden haben das Schreiben Weißmann weitergeleitet, dieser in weiterer Folge der Redaktion übermittelt.
Schütze bestätigt auf Anfrage der „Krone“ diesen Vorgang, er weist aber den Vorwurf der „Intervention“ zurück. Er habe sich niemals in redaktionelle Belange eingemischt.
Beschwerden über Berichte stehen bei allen Medien auf der Tagesordnung. Der Umgang damit wird aber auch im ORF heftig diskutiert. Unter den Journalisten herrscht über das Verhalten der Stiftungsräte Empörung.
FPÖ fordert Rücktritt des Führungs-Duos
Die FPÖ reagiert auf den Bericht der „Krone“ mit scharfer Kritik und einer Rücktrittsaufforderung an Lederer und Schütze. „Das ist die nächste ungustiöse Vermischung zwischen privatwirtschaftlichen Interessen der Stiftungsräte und deren Funktion im ORF“, so Christian Hafenecker. „Lederer und Schütze missbrauchen ihre Machtposition im ORF und sind damit rücktrittsreif.“ Das „laute schweigen“ des Medienministers Andreas Babler ist für Hafenecker unerträglich. „Babler hält nach wie vor seine schützende Hand über seinen Genossen Lederer.“
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