Die Zahl der jungen Männer, die sich in den ersten drei Monaten 2026 für den Zivildienst gemeldet haben, ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um rund 500 Personen auf fast 5000 gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von rund elf Prozent – allerdings wird auch der Anteil an Untauglichen immer höher.
Trotz steigender Bewerberzahl sei die Zahl der Zuweisungen und die Bedarfsdeckung gesunken, wurde am Freitag bekannt gegeben. Grund seien geburtenschwache Jahrgänge sowie ein höherer Anteil an Untauglichen.
Die zuständige Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) präsentierte die Zahlen zusammen mit dem Leiter der Zivildienstserviceagentur, Ferdinand Mayer. Bauer sprach angesichts der gestiegenen Zahl an Zividiensterklärungen von einem „extrem guten Zeichen“ für den Zivildienst, der eine „tragende Säule unseres Sozialsystems“ sei. Vor dem Hintergrund einer über die Jahre gesunkenen Zahl an Zivildienern sprach sie sich aber erneut für eine Verlängerung des Zivildienstes auf maximal zwölf Monate aus.
Denn trotz dem gestiegenen Interesse ging die Zahl der Zuweisungen zum Zivildienst um 8,2 Prozent auf 2792 zurück, so Mayer. Zugleich wurde aber auch ein um 6,4 Prozent geringerer Bedarf (3144 Stellen) als im ersten Quartal 2025 gemeldet. Unterm Strich sei die Bedarfsdeckung damit auf 88,8 Prozent gesunken. Am höchsten war sie mit 92,8 Prozent in Oberösterreich, am geringsten mit 63 Prozent in Kärnten.
„Kämpfen gegen geburtenschwache Jahrgänge an“
Allerdings sei das erste Quartal immer etwas schwieriger, relativierte Mayer etwas. Die Ursache für die geringere Bedarfsdeckung sei, „dass wir genauso wie das Bundesheer gegen die geburtenschwachen Jahrgänge anzukämpfen haben“. Zugleich sei der Anteil der Tauglichen bei der Musterung über die Jahre gesunken.
Einen Zusammenhang der gestiegenen Zivildiensterklärungen mit der aktuellen Debatte über eine Verlängerung von Wehr- und Zivildienst sehe er nicht. Man sehe sich nicht mit einem „Run“ konfrontiert.
Immer weniger Taugliche, mehr Pflegebedarf
Bauer verwies vielmehr auf die Schwierigkeiten, mit denen man konfrontiert sei. Seit 2010 sei die Zahl der für tauglich erklärten jungen Männer um ein Viertel zurückgegangen. Gleichzeitig werde die Gesellschaft älter, „es steigt damit der Bedarf an Unterstützung“.
Gehe man von einem ähnlichen Verhältnis von Wehr- und Zivildienern aus, würden im Jahr 2040 jährlich rund 4000 Zivildiener fehlen, strich die Ministerin die Dringlichkeit einer Reform hervor. „Wir können nicht mehr junge Männer aus dem Hut zaubern. Deshalb müssen wir aus den vorhandenen Monaten mehr machen.“ Die Verhandlungen hierzu mit den Koalitionspartnern SPÖ und NEOS würden laufen.
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