Alternde Bevölkerung

So soll der Zivildienst jetzt attraktiver werden

Innenpolitik
03.02.2026 13:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Österreich hat aufgrund des Geburtenrückgangs immer weniger Zivildiener. Gleichzeitig steigt der Bedarf aber, da die Bevölkerung älter wird. Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) hat am Dienstag Maßnahmen präsentiert, wie mehr Menschen zum Zivildienst motiviert werden sollen.

Im Vorjahr gab es österreichweit knapp 15.000 Zivildiener. Die meisten von ihnen (39 Prozent) waren im Rettungsdienst tätig, gefolgt von der Sozial- und Behindertenhilfe (ungefähr 25 Prozent). In beiden Bereichen würde der Bedarf in den kommenden Jahren steigen, sagte Zivildienstministerin Claudia Bauer (ÖVP) am Dienstag. Im Rettungswesen gibt es bereits die Möglichkeit, eine Ausbildung zum Sanitäter abzuschließen. Ein einjähriger Zivildienst soll künftig auch das Angebot einer Ausbildung in der Sozial- und Behindertenhilfe schaffen. Derzeit beträgt die Dauer neun Monate.

Philippe Narval, Generalsekretär der Lebenshilfe, und Peter Kaiser, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, unterstützen Bauers Forderungen. Kaiser will eine „raschestmögliche Entscheidung, die uns Klarheit gibt“. Der Samariterbund begrüßt die Verlängerung ebenfalls und gibt zu bedenken, dass gerade im Rettungsdienst ein wesentlicher Teil der Dienstzeit für die Ausbildung als Sanitäter verwendet werde. Es bräuchte aber auch eine Anerkennung der Qualifikationen und mehr Ausbildungsangebote im Zivildienst. „Wenn ausgeweitet wird, dann mit einem Gesamtpaket, das den Zivildienst stärkt und jungen Menschen echte Perspektiven bietet“, sagte Wolfgang Dihanits, stellvertretender Bundessekretär des Samariterbunds.

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Wenn ausgeweitet wird, dann mit einem Gesamtpaket, das den Zivildienst stärkt und jungen Menschen echte Perspektiven bietet.

Wolfgang Dihanits, stellvertretender Bundessekretär des Samariterbunds

Wie berichtet, diskutiert die Politik derzeit auch, den Wehrdienst auf mindestens acht Monate zu verlängern. Derzeit dauert der Grundwehrdienst ein halbes Jahr. Zudem besteht die Möglichkeit, sich freiwillig zu Milizübungen zu melden, um zum Beispiel für die Arbeit in einer Einsatzorganisation vorbereitet zu werden.

Freiwilliges Soziales Jahr im Visier
Während die Zahl der Grundwehrdiener und Freiwilligen 2024 leicht angestiegen ist, geht die Zahl der Zivildiener seit Jahren zurück. Bauer warnte davor, dass das System aus dem Gleichgewicht geraten könnte. Kürzlich hatte die Ministerin gesagt, dass sie sich Änderungen bei der Anerkennung des Freiwilligen Sozialen Jahres als Zivildienst vorstellen könne. Aktuell ist die Voraussetzung, dass das Freiwillige Sozialjahr mindestens zehn Monate durchgehend dauert, es kann auch im Ausland absolviert werden.

Tätigkeiten sind zum Beispiel in der Sozial- und Behindertenhilfe, Kinderbetreuung, in der Betreuung von Gewaltbetroffenen, im Umweltschutz oder im Gedenkdienst möglich. Die Teilnehmenden erhalten Taschengeld und einen Fahrtkostenersatz. WeltWegWeiser, die Servicestelle für internationale Freiwilligeneinsätze, fürchtet angesichts der Aussage, dass Bauer die Anrechenbarkeit komplett abschaffen wolle.

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