Rudi Dolezal:

„Popstar Falco: Zerrissen, getrieben, genial“

Burgenland
10.04.2026 11:00

So beschreibt Popfilmer Rudi Dolezal den „echten“ Falco. Statt als Star im Rampenlicht zu stehen, wäre Hans Hölzel (1957–1998) wohl lieber Schriftsteller und Familienmensch gewesen

Wer war Hans – und wer war Falco? Diese tiefgründige Frage ist eine von vielen, die sich Rudi Dolezal zum 40. Jahrestag des Welthits „Rock Me Amadeus“ stellt. In einer multimedialen Lese-Show, die heute um 19 Uhr im Stadthotel Pinkafeld gezeigt wird, verbindet der Filmproduzent und Autor das Bild von Falco, das der Popstar nach außen getragen hat, mit dem, was den Menschen aus dem 5. Wiener Gemeindebezirk hinter den Kulissen wirklich ausgemacht hat. „Hans war ein Grenzgänger, teils zerrissen zwischen den Welten, oft getrieben und letztlich genial“, meint Dolezal.

„Brauche nur mein Hirn“
Bühne, Studios, Produktion, Finanzierung – der Aufwand für den Starerfolg ist enorm und sei von Falco kritisch gesehen worden. Ihn habe die Schriftstellerei beeindruckt, so Dolezal. „,Wenn ich ein Buch schreibe, brauche ich nur mein Hirn’, hat Hans gesagt. Die Anerkennung von Genies der Sprache wie H. C. Artmann und Ernst Jandl, Mitinitiatoren der Schule für Dichtung, war ihm wichtiger als vieles andere.“ Sehr stolz sei Hans Hölzel gewesen, als er ein Semester lang eine Klasse der Schule der Dichtung unterrichten durfte.

Fünf Exemplare des neuen Buches verlost die „Krone“ via Facebook.
Fünf Exemplare des neuen Buches verlost die „Krone“ via Facebook.(Bild: edition a)

Pinkafeld als die „Stadt der Liebe“ unvergessen
Andere spannende Seiten des Künstlers schlägt Dolezal in seinem Buch „Falco – Die ganze Wahrheit“ auf. Er erzählt ein Stück Musikgeschichte neu. Der Regisseur, der die größten Stars wie Queen, Rolling Stones, Bruce Springsteen, Lionel Richie und Whitney Houston mit der Kamera begleitet hat, war ebenso Falcos Weggefährte. Für seinen Freund hatte Dolezal alle Videos von „Rock Me Amadeus“ über „Jeanny“ bis zu – posthum – „The Spirit Never Dies“ gedreht, viele davon mit seinem damaligen Partner Hannes Rossacher.

Warum das weltberühmte „Amadeus“-Video fast nicht zustande gekommen wäre, schildert der Popfilmer bei seinen Auftritten. Der „Krone“ verrät Dolezal sogar, welche besondere Verbindung er mit Pinkafeld hat. In jungen Jahren habe er dort am Rande eines Englisch-Kurses in Sachen Liebe den Ernst des Lebens kennengelernt. Noch heute erinnert er sich an ihren Namen und ihre langen, blonden Haare.

„Ein Popstar kommt mir sicher nicht ins Haus“
Das Feuer in Falcos Herzen entfacht hatte Celiña in der Dominikanischen Republik kurz vor seinem tödlichen Unfall. „Kein Alkohol, keine Pillen, keine Drogen – Hans war unsterblich verliebt. Doch die Beziehung fand ein jähes Ende. ,Ein Popstar kommt mir nicht ins Haus’, hatte der Vater, ein Bürgermeister, seiner Tochter gedroht“, schildert Dolezal. Mehr darüber heute Abend. Fünf handsignierte Bücher werden auf der Facebook-Seite der Burgenland-„Krone“ verlost. 

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