Der Iran-Krieg hat zu der finanziellen Verunsicherung in Europa weiter beigetragen. In jüngsten Untersuchungen konnte bereits jetzt eine deutliche Veränderung des Konsumverhaltens festgestellt werden. Verbraucher kaufen seit der Eskalation im Nahen Osten strategischer ein, um das Nötigste bezahlen zu können.
Über steigende Kosten für Energie, Düngemittel und Logistik wirkt sich der Konflikt direkt auf europäische Haushalte aus, wie aus der Auswertung des Marktforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Dies zwinge Verbraucherinnen und Verbraucher zu Veränderungen. Die Analyse fasst mehrere Umfragen und Auswertungen zusammen.
Dauerhafte Preisvorsicht in Europa
Seit Beginn der Lebenshaltungskostenkrise im Jahr 2022 verharre die Preisvorsicht von Verbrauchern auf einem hohen Niveau. „Krisen und Kriege, wie der Iran-Konflikt oder der Ukraine-Krieg, verstärken strukturelle Veränderungen im europäischen Konsumgütermarkt“, sagte Stefan Lohmann, Senior Consultant bei YouGov laut Mitteilung.
„Aktuell steigende Kosten treffen auf ein Konsumumfeld, das bereits durch anhaltende Inflation geprägt ist.“ Verbraucher reagierten darauf nicht mit abruptem Verzicht, sondern mit einer zunehmend differenzierten und selektiven Steuerung ihres Einkaufsverhaltens.
Viele Verbraucher in Europa rechnen laut Analyse damit, auf absehbare Zeit Einschnitte vornehmen zu müssen – insbesondere jene, die bereits zuvor ihr Budget anpassen mussten. Diese Erwartung wirke als zusätzlicher Treiber für Preisbewusstsein und Zurückhaltung beim Konsum. Hierzu wurden zwischen dem 11. und dem 25. März mehr als 8000 Erwachsene in sechs europäischen Ländern befragt. Die Ergebnisse sind den Angaben nach repräsentativ für die Wohnbevölkerungen der jeweiligen Länder ab 18 Jahren.
Gleichzeitig zeige sich, dass die Belastung durch steigende Lebenshaltungskosten bei vielen bereits im Alltag angekommen ist: In mehreren europäischen Ländern berichten Haushalte demnach zunehmend von Schwierigkeiten, zentrale Ausgaben wie Energie, Mobilität und Lebensmittel zu stemmen.
NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger erklärte zuletzt, dass bei einem weiteren Andauern des Konflikts eine Krise „schlimmer als in den 1970ern“ droht. 1973 und 1979/1980 löste die „Ölkrise“ und die dadurch bedingte Energiekrise schwere Rezessionen in den Industrieländern aus.
Angst vor historischer Negativspirale
Da aus der Region nun aber nicht nur Öl und Gas komme, sondern auch zahlreiche Grundstoffe etwa für die Chipproduktion und Düngemittel, warnte die Außenministerin nicht nur vor verheerenden wirtschaftlichen Folgen auf der Welt, sondern auch vor einer gravierenden Hungerkrise, von der vor allem der globale Süden betroffen sei.
Meinl-Reisinger zufolge steht „unser Wohlstand auf dem Spiel, in einer Dimension, wie sie noch nie da gewesen ist“. Hierzulande drohe wegen der Inflation ein Hochschnellen der Preise, weltweit seien wegen einer möglicherweise bevorstehenden Ernährungskrise ein erneutes Ansteigen des Migrationsdrucks zu befürchten.
Es sei eben leichter, Kriege zu beginnen, als diese zu beenden, weshalb alle diplomatischen Bemühungen nötig seien, um die Konflikte im Nahen Osten, in der Golfregion und in der Ukraine zu beenden.
Eine Feuerpause zwischen dem Iran und den USA sorgte zuletzt für eine kurze Atempause, doch beide Parteien warfen sich noch vor den ersten Verhandlungen Vertragsbruch vor. Angriffe in der Region gehen weiter, die Schifffahrt in der Straße von Hormuz ist wieder gestoppt.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.