Leere Zapfsäulen sorgen derzeit in Wien für Verunsicherung: Autofahrer standen vereinzelt vor Tankstellen ohne Diesel – doch ein echter Engpass steckt laut WKO nicht dahinter.
In der Bundeshauptstadt ist es aktuell zu punktuellen Ausfällen bei der Dieselversorgung gekommen. Wie der ORF Wien berichtete, haben einige kleinere Diskont-Tankstellen derzeit keinen Diesel mehr im Angebot. Die Wirtschaftskammer (WKO) betont jedoch, dass es sich dabei nicht um ein flächendeckendes Problem handelt – insgesamt sei weiterhin ausreichend Treibstoff verfügbar.
Nachfrage war in Einzelfällen schlicht zu hoch
Hinter den Engpässen stecken laut WKO mehrere Faktoren. Besonders rund um die Osterfeiertage sei die Nachfrage stark gestiegen, viele Stationen seien regelrecht leer getankt worden. Gleichzeitig habe es weniger Nachschub gegeben, da Tankwägen während der Feiertage seltener unterwegs waren.
Kleinere Anbieter kämpfen mit Preisdruck
Hinzu kommt ein struktureller Nachteil kleinerer Anbieter: Diskont-Tankstellen kaufen ihren Treibstoff häufig kurzfristig am sogenannten Spotmarkt ein. Dieser ist normalerweise günstiger, aktuell jedoch teurer als langfristige Lieferverträge. Größere Tankstellenketten mit fixen Liefervereinbarungen seien daher im Vorteil und würden verlässlicher beliefert.
Bereits im Zuge der starken Preisschwankungen infolge des Iran-Konflikts war vor solchen punktuellen Problemen gewarnt worden. Kleine Anbieter ohne eigene Raffinerien im Hintergrund sind hier besonders anfällig.
Preise bleiben in Bewegung
Parallel dazu zeigt sich auch bei den Spritpreisen nach wie vor eine volatile Entwicklung. Am Ostermontag kostete ein Liter Diesel österreichweit im Schnitt 2,188 Euro, nachdem die Preise über das Wochenende zunächst leicht gesunken waren. Am Karfreitag lag der Dieselpreis noch höher bei 2,209 Euro pro Liter.
Seit Mitte März dürfen die Preise nur mehr an bestimmten Tagen – Montag, Mittwoch und Freitag – erhöht werden, während Senkungen jederzeit möglich sind. Zusätzlich gilt seit Anfang April eine staatliche „Spritpreisbremse“, die die Kosten pro Liter um rund zehn Cent dämpfen soll.
Unsicherheit greift auch auf Reisebranche über
Die angespannte Lage macht sich nicht nur an den Zapfsäulen bemerkbar. Auch in der Reisebranche herrscht derzeit Unsicherheit. An einigen italienischen Flughäfen wird Kerosin knapp – eine Entwicklung, die vor allem auf den starken Osterreiseverkehr zurückgeführt wird.
Branchenvertreter sprechen von einem uneinheitlichen Bild: Zwischen vorsichtigem Optimismus und deutlicher Sorge sei derzeit alles vorhanden. Reisenden wird geraten, frühzeitig zu buchen und möglichst flexible Tarife zu wählen.
WKO: Versorgung ist gesichert
Auch wenn einzelne Wiener Tankstellen derzeit ohne Diesel dastehen, gibt es laut Wirtschaftskammer keinen Grund zur Panik. Die Versorgung ist gesichert – doch die Kombination aus hoher Nachfrage, eingeschränkter Logistik und angespannten Märkten zeigt, wie anfällig das System in unsicheren Zeiten sein kann.
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