Ausgerechnet kurz vor der wichtigen Sommersaison wird das Kerosin an mehreren italienischen Flughäfen knapp. Während erste Airlines bereits umplanen müssen, gibt die Austrian Airlines (AUA) für ihre Passagiere in Wien vorerst Entwarnung.
Nach einem ersten Alarm am Wochenende hat das aeronautische Informationssystem NOTAM eine weitere Warnmeldung veröffentlicht. Betroffen ist nun auch der Flughafen der süditalienischen Hafenstadt Brindisi. Dort können Airlines derzeit kein reguläres Auftanken mehr durchführen. Stattdessen müssen Fluggesellschaften den benötigten Treibstoff bereits am vorherigen Abflugort einplanen.
Laut Mitteilung stehen in Brindisi nur noch „begrenzte Mengen“ an Kerosin zur Verfügung. Diese sind ausschließlich für Staats-, Rettungs- und Ambulanzflüge reserviert. Ähnliche Einschränkungen gelten auch an den Flughäfen Reggio Calabria und Pescara.
Einschränkungen auch im Norden
Bereits zuvor hatte der Treibstoffanbieter Air BP eine rationierte Versorgung an mehreren norditalienischen Flughäfen angekündigt. Betroffen sind Mailand-Linate, Venedig, Treviso und Bologna. Dort wird Kerosin nur noch eingeschränkt ausgegeben.
Beobachter sehen darin erste mögliche Auswirkungen der Spannungen rund um die Straße von Hormuz – eine der wichtigsten Transportrouten für Rohöl weltweit. Die italienische Luftfahrtbehörde ENAC betont jedoch, dass die Engpässe vor allem mit dem traditionell erhöhten Verkehrsaufkommen rund um die Osterzeit zusammenhängen.
AUA beobachtet Lage genau
Für Passagiere der Austrian Airlines gibt es vorerst keinen Grund zur Sorge. Die AUA erklärte am Dienstag, derzeit keine Kerosinknappheit an den Drehkreuzen der Lufthansa-Gruppe zu sehen.
Sollte es punktuell zu Einschränkungen an einzelnen Zielorten kommen, werde dies im operativen Betrieb berücksichtigt, hieß es. Gleichzeitig betonte die Airline, dass die Lage „sehr volatil“ sei und laufend beobachtet werde.
Europa abhängig von Importen
Die Situation bleibt angespannt: Europa importiert rund 30 Prozent seines Flugkraftstoffs. Fluggesellschaften wie Ryanair sowie die AUA-Mutter Lufthansa warnen bereits vor möglichen Folgen, sollte sich die Krise im Persischen Golf bis in den Frühsommer ausweiten.
Engpässe wurden zuletzt auch an mehreren Flughäfen in Asien gemeldet – einer Region, die einen Großteil des durch die Straße von Hormuz transportierten Rohöls erhält.
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