Grüne zur Heim-Debatte

„Wir waren’s nicht, es war der Bürgermeister!“

Tirol
08.04.2026 12:53

Nach dem Aus für das Studentenheim Maximilianstraße in bester Innenstadtlage in Innsbruck erläutert der grüne Gemeinderatsklub, wieso er sich Bürgermeister Anzengruber letztlich geschlagen geben musste. Eine ablehnende Haltung nahm auch die SPÖ ein – obwohl sie sonst immer die Wohnungsnot in Innsbruck anprangert. 

Klimaschützer und Anrainer killten Wohnprojekt im Innenhof, titelte die „Krone“ unlängst zu einem Bericht über ein fix und fertig geplantes und mit der Stadt abgestimmtes Projekt eines Studentenheims in der Maximilianstraße. Das sorgte für Druck der grünen Basis auf die Parteispitze: Wie kann es sein, dass die Grünen im Gemeinderat ein derartiges Projekt ablehnen? Ihre eigene Stadträtin Janine Bex hatte ja ihre ablehnende Haltung mit Klimaschutz begründet.

Keine Gesprächsbereitschaft im Bürgermeisterbüro
Nun zeigt sich: Dies geschah wohl aufgrund eines Neins aus dem Bürgermeisterbüro: „Wir haben uns bis zuletzt dafür eingesetzt, dieses Projekt zu realisieren, fanden dafür jedoch keine Mehrheit bei unseren Koalitionspartnern JA und SPÖ“, so Klubobmann Dejan Lukovic zur „Krone“.

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Das Projekt hätte den Wohnungsmarkt entlastet und leistbaren Wohnraum für Studierende geschaffen – sozial wie auch ökologisch verträglich.

Dejan Lukovic, Grüner Klubobmann

„Wir waren dem Projekt gegenüber stets offen und haben auch das Engagement des Projektwerbers ausdrücklich anerkannt, ein qualitätsvolles und städtebaulich verträgliches Vorhaben zu entwickeln.“ Man sei mit den Planern in engem Austausch gestanden und habe sogar Begehungen organisiert, „um eine möglichst verträgliche Umsetzung zu begleiten. Umso bedauerlicher ist es, dass der Bürgermeister das Gespräch letztlich klar abgelehnt und dem Projekt eine Absage erteilt hat“, erläutert Lukovic.

Die katholisch geprägte Akademikerhilfe betreibt das bestehende Studentenheim in der ...
Die katholisch geprägte Akademikerhilfe betreibt das bestehende Studentenheim in der Maximilianstraße mit rund 100 Plätzen. Weitere 100 wären geplant gewesen.(Bild: Christof Birbaumer)

Betonung auf Qualität
„Dieses Studierendenheim hätte trotz mikroklimatischer Herausforderungen einen positiven Mehrwert für die Stadt geboten. Insbesondere im Vergleich zu vielen anderen Innenhofverbauungen, die allzu oft auf vollständig versiegelten Flächen oder ehemaligen Parkplätzen entstehen, wäre hier ein qualitativer Zugang verfolgt worden“, bedauert Lukovic die ablehnende Haltung von BM Hannes Anzengruber. „Das Projekt hätte den Wohnungsmarkt entlastet und leistbaren Wohnraum für Studierende geschaffen – sozial wie auch ökologisch verträglich.“

In der Koalition habe man sich darauf verständigt, „künftig noch strengere Maßstäbe in Bezug auf ökologische und klimatische Verträglichkeit bei Innenhofentwicklungen anzulegen. Vor diesem Hintergrund konnten wir der gewählten Vorgangsweise letztlich zustimmen“.

„Kein Beitrag zur Entspannung“ 
Für die SPÖ scheint der von ihr stets propagierte Wohnungsnotstand in der Stadt in diesem Fall nicht zu gelten. „Wenn Wohnprojekte, auch studentische, in unserer Stadt entstehen, ist es wichtig, dass sie nicht nur quantitativ gut aussehen, sondern auch lebenswert und leistbar sind“, sagt Daniela Hackl, SPÖ-GR und Jugendsprecherin: „Maximal verdichtete Verbauungen von Erholungsflächen, die Nutzungskonflikte mit sich bringen, welche man schon von vornherein vorhersehen kann, sind kein Beitrag zu einer nachhaltigen Entspannung am Wohnungsmarkt. Im Gegenteil, fördern doch solche Projekte prekäre und angespannte Wohnverhältnisse.“

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