Ein WG-Zimmer, klein wie eine Häfenzelle um 1000 Euro pro Monat: Dass die Stadt vor diesem Hintergrund den Neubau eines Studentenwohnheims blockiert, sorgt für großen Ärger in Innsbruck.
Viele junge Menschen, die von auswärts oder aus dem Ausland kommen und in Innsbruck studieren, sind auf eine Wohnung angewiesen – „und bereit, unverschämte Preise zu bezahlen. Das wiederum treibt die Mieten nach oben“, analysierte AK-Präsident Erwin Zangerl jüngst die Wohnungsmisere in Innsbruck. „Richtige Entspannung für den Wohnungsmarkt – und damit für die Preise – würde wohl nur ein Studenten-Campus bringen, wie ihn AK Tirol und Sozialpartner bereits seit Jahren fordern“, betont der AK-Präsident.
„Nicht nur, dass in dieser Richtung nichts umgesetzt wird, wurden sogar komplett fertig geplante Projekte vom Tisch gewischt und verhindert, wie vor vier Jahren das Campus-Projekt in Kranebitten, das Platz für 700 Studierende geboten hätte.“ Offensichtlich sei man in Innsbruck „nicht dazu bereit, für Entlastung zu sorgen“.
Wer leistbaren Wohnraum für Studierende und letztendlich auch für Einheimische will, muss solche Projekte ermöglichen und darf sie nicht verhindern.

ÖVP-LA Christoph Appler
Bild: Christof Birbaumer
Studierendenheim mit 60 Zimmern verhindert
Scharfe Kritik übt auch der Innsbrucker VP-LA Christoph Appler an der Vorgangsweise der Stadtregierung und speziell an der Grünen Planungsstadträtin Janine Bex rund um das geplante Studentenwohnheim in der Maximilianstraße 8, das, wie berichtet, aus unklaren Gründen auf Eis liegt.
„Vorgehen schadet Standort“
„Was hier passiert, ist völlig unverständlich und sendet ein fatales Signal an alle, die in Innsbruck studentischen Wohnraum schaffen wollen. So geht man mit Bauwerbern nicht um. Diese Vorgehensweise schreckt ab und verteuert das Bauen“, stellt Appler klar.
Besonders widersprüchlich sei, dass die Stadtregierung regelmäßig betone, den angespannten Wohnungsmarkt zugunsten der Einheimischen durch zusätzliche Studentenheime entlasten zu wollen. „Wer hier Projekte torpediert, verschärft aktiv die Wohnungsnot“, ist der Politiker überzeugt.
„Hoffentlich keine Abneigung gegen Stift“
„Die Stadtregierung blockiert ein Projekt mit 60 Zimmern in der Maximilianstraße, das seit Jahren fix und fertig da liegt und schon positive Beschlüsse hatte – bis die neue Stadtregierung Sand ins Getriebe streute“, sagt Bauausschussmitglied GR Franz Jirka (DNI): „Ich hoffe stark, dass diese Vorgangsweise nicht aus einer ablehnenden geistigen Wertehaltung gegenüber dem Stift Admont resultiert.“
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