Urlauber in mehreren Bundesländern haben sich von ihren Frühlingsgefühlen täuschen lassen: Bergretter waren in den vergangenen Stunden pausenlos gefordert. Mehrere dramatische Notfälle – und sogar ein tödliches Lawinenunglück – zeigen, dass die Bedingungen in höheren Lagen nach wie vor nicht zu unterschätzen sind.
Besonders tragisch: In Obertauern kam für einen 40-jährigen Urlauber jede Hilfe zu spät. Der Slowake wurde nach einem Lawinenabgang auf der Plattenspitze mehr als zwei Meter tief verschüttet. 85 Einsatzkräfte suchten bei Nebel, Sturm und Regen nach dem Mann – am Samstagvormittag dann die traurige Gewissheit. Doch auch abseits dieses Unglücks gerieten zahlreiche Urlauber in Not ...
Am Arlberg in Vorarlberg verloren am Karsamstag bei dichtem Nebel gleich acht Wintersportler aus den USA und Großbritannien die Orientierung – darunter vier Kinder. Die Gruppe geriet über den Pistenrand hinaus und folgte alten Spuren – bis sie nicht mehr weiterkam. Erschöpft mussten alle per Tau aus dem Gelände geborgen werden.
In Schneemassen festgesteckt
In Tirol unterschätzten drei junge Deutsche die Schneemassen am Schönjöchl. Sie versanken bis zur Hüfte im Schnee, verirrten sich abseits des Weges und gerieten in steiles Gelände. Schließlich saßen sie fest – ein Helikopter musste sie retten.
Auch am Untersberg in Salzburg wurde am Samstag eine junge Urlauberin überrascht: Eine Studentin aus China blieb durchnässt und vermutlich bereits unterkühlt im Schnee stecken. Wegen des dichten Nebels mussten Bergretter zu ihr aufsteigen, bevor sie schließlich per Hubschrauber ins Tal geflogen werden konnte.
Und selbst im vermeintlich frühlingshaften Oberösterreich schlug der Winter noch einmal zu: Zwei junge Touristinnen aus Tschechien verirrten sich bei einer Wanderung im Salzkammergut am Karfreitag im Wald. Knietiefer Schnee und Erschöpfung zwangen sie schließlich zum Notruf.
Eine Gruppe von Schneeschuhwanderern wurde außerdem am Sonntagvormittag am Großen Priel (2515 Meter) von einer Lawine erfasst. Eine Person wurde leicht verletzt und mit dem Rettungshelikopter ins Krankenhaus nach Kirchdorf an der Krems gebracht, die drei Begleiter blieben unverletzt und wurden sicher zum Prielschutzhaus geflogen.
Der Frühling im Tal täuscht
In den Bergen herrschen weiterhin winterliche Bedingungen – mit Schnee, Nebel und Lawinengefahr. Immer wieder zeigt sich: Wer Verhältnisse unterschätzt und sich mit mangelnder Ausrüstung in die Berge aufmacht, begibt sich schnell in Lebensgefahr.
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