Ach, übrigens...

Rehhagel meets Merz

Vorarlberg
01.02.2026 09:25

In seiner neuesten Kolumne hat sich „Krone“-Autor Harald Petermichl ein wenig mit der UEFA Champions League beschäftigt. Dort kann ja nicht jeder machen. Die mit der meisten Kohle bekommen aber am Ende meistens die besten Plätze am Tisch.

Gerade in Fußballbewerben erscheint es sinnvoll, rasch auf eine vernünftige Reduzierung des Teilnehmerfeldes hinzuarbeiten, damit nicht allzu viel Zeit vergeht, bis der Sieger gekürt werden kann. Die UEFA geht da mit gutem Beispiel voran und hat es im aktuellen Champions League-Bewerb geschafft, nach nur dreieinhalb Monaten (vom Qualifikations-Gedöns reden wir da gar nicht) und läppischen 144 Spielen das Teilnehmerfeld von 36 auf 24 zu reduzieren. Und so wissen wir seit Mittwochabend, dass sowohl der kasachische Vertreter FK Qairat Almaty als auch der Paphos FC aus Zypern keine Gelegenheit haben werden, am 30. Mai den Henkelpott in den Budapester Nachthimmel zu recken. Die Frankfurter Eintracht übrigens auch nicht, aber mit ihrem Punkteschnitt von 0,5 pro Match würde sie selbst in der zweiten österreichischen Liga nur den SV Stripfing/Weiden hinter sich lassen. Aber auch nur, weil dieser den Spielbetrieb längst eingestellt hat.

Kein Glück für Rasmus Kristensen und die Frankfurter.
Kein Glück für Rasmus Kristensen und die Frankfurter.(Bild: EPA/RONALD WITTEK)

Medial herrscht derzeit basses Erstaunen darüber, dass die englischen Clubs nach der CL-Ligaphase so gut dastehen. Denn von sechsen, die angetreten sind, haben sich fünf direkt fürs Achtelfinale qualifiziert und lediglich Newcastle United muss den Umweg über die Play-offs nehmen und noch zwei Spiele gegen Qarabag Agdam bestreiten. Das ist sonst nur noch den Clubs aus München und Barcelona sowie Sporting Lissabon gelungen. Na ja, der Punkteschnitt aller englischen Mannschaften in der Ligaphase liegt immerhin bei satten 2,19. Das ist im Vergleich zu anderen Ligen schon mal eine Ansage, denn weit abgeschlagen folgen Portugal (1,56), Italien (1,53) und Deutschland (1,50), gefolgt von Frankreich und Griechenland mit je 1,38 und Spanien mit 1,33, knapp vor Aserbaidschan und anderen mit 1,25.

Ob es stimmt, dass Otto Rehhagel die Weisheit „Geld schießt keine Tore“ erfunden hat, ist gleichermaßen umstritten wie Blunzn, denn sie ist heutzutage schlicht und ergreifend falsch, wenn man sich die finanzielle Situation auf der Insel anschaut. Dort werden die 20 Premier League Clubs in den nächsten vier Jahren knapp zwei Milliarden Euro pro Saison an Fernsehgeldern erhalten, was sie dazu befähigt, ihre Transfers auch weiterhin nicht beim Discounter tätigen zu müssen. Zum Vergleich: Die deutschen Bundesliga-Clubs finden gerade mal die Hälfte davon auf ihren Konten. Aber bloß kein Neid. Man muss nur die Worte von Kanzler Friedrich Merz beherzigen, der in einer Art Rehhagel-Paraphrase kürzlich meinte „Vor dem Ball sind alle gleich!“. Und schon ist alles in Butter.

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