Ehemann ahnungslos

Influencerin täuschte für Klicks Entführung vor

Ausland
02.04.2026 12:24
Porträt von krone.at
Von krone.at

Influencer machen allerhand verrückte Dinge, um in sozialen Medien aufzufallen und Follower zu gewinnen. Doch die Brasilianerin Monniky Fraga ging eindeutig zu weit, als sie die Entführung von sich und ihrem Ehemann vortäuschte. Ihre nichts ahnende Familie zahlte sogar das von den „Tätern“ geforderte Lösegeld.

Im April vergangenen Jahres schilderte Fraga vor ihren Followern, dass sie von drei bewaffneten Männern überfallen und entführt wurde. Die 27-Jährige und ihr Mann seien in ein Waldgebiet verschleppt und misshandelt worden. Erst nachdem ihre Familie Lösegeld zahlte, sei sie wieder freigekommen.

„Ich dachte, sie würden mich umbringen“
„Ich verbrachte Stunden im Wald und wusste nicht, ob ich zurückkehren würde. Dort floss ein Fluss. Die ganze Zeit dachte ich, sie würden mich umbringen, mich hineinwerfen und ich würde nie wieder jemanden sehen. Ich dachte nur an meine Kinder …“, schilderte die Influencerin emotional den Tatablauf.

„Opfer“ hatte Kontakt zu Entführern
Doch nach Ermittlungen der Polizei stellte sich heraus: Der Vorfall dürfte inszeniert worden sein. Den Beamten fielen Unstimmigkeiten auf und witterten Betrug. Denn Fraga kannte einen ihrer „Entführer“ und hatte auch nach der mutmaßlichen Tat Kontakt zu ihm. Die Ermittler glauben, dass die Inszenierung dazu diente, mehr Follower und Reichweite zu gewinnen.

Die Influencerin wurde festgenommen, einer der beiden Männer, die sie bei der vorgetäuschten Entführung unterstützt haben soll, konnte ebenfalls gefasst werden. Der andere wurde getötet, bevor die Polizei ihn als Verdächtigen ins Visier nahm. 

Ihr Ehemann soll dagegen wirklich geglaubt haben, dass es sich um eine echte Entführung handelt und berichtete, von den Tätern geschlagen und beraubt worden. „Er hat stets beteuert, dass er wirklich an eine echte Entführung geglaubt hat“, erklärte der Ermittler Cley Anderson. Fraga wird nun wegen Erpressung, Behinderung der Justiz und Verschwendung von Polizeizeit angeklagt.

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